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Germeshausen
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»Nur gestärkte Apotheken sichern Arbeitsplätze«

Der Landesapothekerverband Niedersachsen (LAV) fordert von der Politik, die Apotheken schnellstmöglich wirtschaftlich zu stärken und damit Arbeitsplätze vor Ort langfristig zu sichern. Mit dem Entwurf für das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (AVWG) würde die Politik den Apothekenrückgang beschleunigen. 
AutorKontaktPZ
Datum 25.02.2026  15:30 Uhr

»Apotheken sind nicht nur pharmazeutische Betriebe«, stellt Frank Germeshausen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des LAV, fest laut einer Pressemitteilung des Verbands. »Sie sind darüber hinaus kleine und mittelständische Wirtschaftsbetriebe und Arbeitgebende in der Region.«

Viele Apothekenbetriebe würden wirtschaftlich schlecht dastehen und müssten schließen. Tatsächlich ist die Zahl der Apotheken bundesweit 2025 gesunken. Im Januar vergangenen Jahres meldete die ABDA, dass die Zahl der Offizinen in der gesamten Bundesrepublik auf den niedrigsten Stand seit 1978 gesunken war. Momentan läuft sogar eine Online-Petition mit dem Titel »Apothekensterben stoppen – Koalitionsvertrag jetzt umsetzen!«

»In der Folge gehen wichtige Arbeitsplätze auf dem Land, in Regionen und Gemeinden verloren«, sagt Germeshausen. »Eine schnellstmögliche Erhöhung des Apothekenhonorars auf mindestens 9,50 Euro – wir in Niedersachsen fordern mindestens zwölf Euro – ist notwendig, um die Arbeitsplätze qualifizierter Fachkräfte jetzt langfristig zu sichern.«

Die Fixumerhöhung auf 9,50 Euro ist im Koalitionsvertrag fest verankert. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sagte beim neuen PZ-Livetalk »Alex’ Doppelte Dosis«, dass sie sich an die Ankündigung im schwarz-roten Koalitionsvertrag gebunden fühle. Die Fixumerhöhung wurde allerdings noch nicht umgesetzt und ist auch im aktuellen Entwurf der Apothekenreform nicht enthalten. Die erste Lesung der Apothekenreform findet diesen Freitag im Bundestag statt.

Die Politik müsse »das Honorar zeitnah anheben«, so Germeshausen. »Tut sie es nicht, akzeptiert sie den Apothekenrückgang und sieht weiter zu, wie wohnortnahe Arbeitsplätze auf Kosten pharmazeutischer Fachkräfte wegfallen. Leistungskürzungen in der Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung werden die Folge sein.«

Um ihre Kritik an den Reformplänen der Regierung zu äußern, hat die ABDA-Mitgliederversammlung Proteste für den 23. März beschlossen.

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