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Video-Interview Mark Böhm
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»Noventi ist über den Berg«

Noventi hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 133 Millionen Euro eingefahren. Die PZ sprach mit Vorstand Mark Böhm auf der Expopharm in Düsseldorf über das Sanierungsprogramm, die Zukunft des Abrechnungsgeschäfts und das E-Rezept.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 02.10.2023  14:00 Uhr

Anfang des Jahres musste der Apothekendienstleister ein umfangreiches Sanierungsprogramm starten. Böhm zeigte sich im Interview zuversichtlich, dass die Krise überstanden ist, machte aber auch keinen Hehl daraus, wie ernst die Situation der Gruppe war: »Noventi ist über den Berg, das ist das Wichtigste. Wir haben die richtigen Schritte eingeleitet, es war notwendig. Ich glaube, das ist jedem bewusst, wie kritisch die Lage war.« Noventi habe in der Vergangenheit zu viele Dinge gleichzeitig gemacht und zu viel Geld ausgegeben.

Nach dem Rekordverlust im vergangenen Jahr und den – auch bilanziellen – Aufräumarbeiten wurde Noventi laut Vorstand Böhm in den vergangenen Monaten wieder in die Gewinnzone geführt.

Was das künftige Geschäft der Rezeptabrechnung angeht, sieht Böhm ein steigendes Abrechnungsvolumen – selbst bei sinkender Apothekenzahl. Da aktuell vor allem größere Apotheken bei Noventi abrechnete, könnte das Rechenzentrum sogar von dieser Entwicklung profitieren. Im Sinne der Arzneimittelversorgung sei es natürlich besser, wenn möglichst viele Apotheken am Markt bleiben, stellt Böhm klar.

Wenn das E-Rezept zum Jahreswechsel verpflichtend eingeführt wird, hat das auch Einfluss auf das Geschäft der Rechenzentren. Prognosen über den Anteil digitaler Verordnung in einem Jahr findet Böhm schwierig. Es komme sehr darauf an, wie sich die Praxen verhalten: »Die Ärzte werden der Faktor sein«, so der Noventi-Vorstand.

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