Bilder aus einem Krankenhaus in Teheran. / © Imago/Anadolu Agency
Bereits vor der Eskalation der Situation hatte die Organisation eigenen Angaben zufolge drei Projekte im Iran, um marginalisierten Gruppen eine grundlegende Gesundheitsversorgung zu bieten. Dazu gehörten 6.000 medizinische Konsultationen pro Monat, Geburtshilfe, Vorsorgeuntersuchungen, die Behandlung von Infektionskrankheiten und psychologische Betreuung, wie »Ärzte ohne Grenzen« mitteilte.
Obwohl die Luftangriffe zu Herausforderungen bei der Durchführung der Projekttätigkeiten führten und trotz der Kommunikationssperre konnte die Organisation einige Aktivitäten fortsetzen. Während die Klinik in Teheran aufgrund der schweren Bombardierungen vorübergehend geschlossen blieb, seien die Kliniken in Maschhad und Kerman weiterhin geöffnet, würden jedoch mit reduzierter Personalstärke arbeiten.
Die Teams würden aktuell auf die Genehmigung der Behörden warten, um die Notfallversorgung mit Blick auf die entstandenen Bedürfnisse auszuweiten. Dazu gehöre unter anderem die rund um die Uhr geöffnete Klinik und die Unterstützung der lokalen Gesundheitseinrichtungen.
Auch im Libanon seien die Teams der Organisation aktiv. In Saida im Südlibanon beispielsweise hätten einige Unterkünfte bereits ihre Kapazitätsgrenze überschritten. Laut der Organisation können Menschen dort über eine mobile Klinik medizinische Beratung und psychologische Erstversorgung in Anspruch nehmen. »Ärzte ohne Grenzen« hat außerdem damit begonnen, Unterkünfte in Beirut mit sauberem Wasser zu versorgen. In Beirut, Raschaja und anderen Gebieten würden Teams der Organisation die Lage prüfen, um weitere mobile Kliniken zur Verfügung zu stellen und Vorräte aufzustocken.
»Die Eskalation des Konflikts kommt nach 15 Monaten eines ›Waffenstillstandsabkommens‹, das den Menschen im Libanon nie echte Sicherheit gebracht hat«, sagt Francesca Quinto, Programmleiterin der Organisation. Die jüngsten Angriffe und Evakuierungsbefehle für alle südlichen Vororte von Beirut sowie fast den gesamten Süden des Landes zwingen laut der Organisation nun noch mehr Menschen zur Flucht.
»Familien, die sich langsam von den früheren Kämpfen erholt hatten, werden nun aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Einige sind mit Kindern, älteren Verwandten und kranken Familienmitgliedern auf der Straße gelandet und müssen extrem harte Bedingungen ertragen«, fährt Quinto fort.
In anderen Teilen der Region, wie im Gazastreifen und im Westjordanland, würden die Teams weiterhin an den dringenden medizinischen und psychologischen Bedürfnissen der Menschen arbeiten. Im Irak halte die Organisation medizinische Hilfsgüter bereit, die bei Bedarf in der Region eingesetzt werden können.