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PZ-Managementkongress
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»Nostalgie ist kein Geschäftsmodell«

Prioritäten zu setzen und auch mal »Nein« sagen zu können, wird Apotheken dabei helfen, ihre Ziele zu erreichen, so das Fazit von Peter Kreuz, Spiegel-Bestsellerautor und Unternehmer. Auch kleine, regelmäßige Experimente tragen zur Entwicklung eines Unternehmens bei. »Nostalgie ist kein Geschäftsmodell«, sagte Kreuz in seiner Keynote beim PZ-Managementkongress.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 26.03.2026  10:00 Uhr

Viele Unternehmen würden versuchen, neue Probleme mit alten Denkweisen zu lösen, sagte Peter Kreuz gleich zu Beginn seiner Keynote mit dem Titel »Rebel Mind: Zukunft ist kein Rezept – sie ist Haltung«. Gleichzeitig würde die tägliche Arbeit vor allem aus Hektik, Druck und Unterbrechungen bestehen. »Wie wollen Sie unter diesen Umständen die Zukunft Ihrer Apotheke verändern? Das wird verdammt schwer«, so Kreuz.

Sein Tipp: Prioritäten setzen, und zwar nicht nur für die Zukunft, sondern auch für die Gegenwart. In den meisten Unternehmen – egal, ob groß oder klein – würde es nicht an Ideen, sondern an Fokus mangeln. Denn es würden immer neue Aufgaben hinzukommen, aber nur wenige wegfallen. Deshalb müsse man eine Auswahl treffen und Prioritäten setzen. »Strategie braucht Auswahl«, so sein Appell.

Dafür gebe es Werkzeuge wie einen Kalender – in dem auch das Nachdenken über die Zukunft einen festen Platz haben sollte. Aber auch eine »Not-to-do-Liste« könne helfen, Unwichtiges zu identifizieren. Und öfter mal »Nein« zu sagen, könne beim Prioritätensetzen helfen. »Wer nicht Nein sagt, gibt seine Identität zur allgemeinen Interpretation frei. Wenn Sie das tun, werden Sie zum Spielball anderer, die dann Entscheidungen für Sie treffen«, so Kreuz. »Nein« zu sagen, helfe, Grenzen zu ziehen. »Stress hat immer der, der ›ja‹ sagt, wenn er ›nein‹ meint.«

»Ihre Apotheke wird nicht mehr die gleiche sein«

Der Spiegel-Bestsellerautor hat noch einen Tipp: Dinge zu hinterfragen, die Expertinnen und Experten als gegeben hinnehmen. Man könnte zum Beispiel jeden Mitarbeiter fragen: »Was ist gut, was ist schlecht, was geht überhaupt nicht?«

Ungeschriebene Regeln und Gesetzmäßigkeiten sollte man hinterfragen und nicht alles wie immer machen. »Nostalgie ist kein Geschäftsmodell«, so der Experte. Die Geschichte würde »keine Ewigkeitsgarantien« ausstellen. Mit der Liebe zur Vergangenheit könne man möglicherweise ein Museum betreiben, »aber garantiert keine Organisation in die Zukunft führen«.

»Die Zukunft der Apotheke ist ein dunkler Raum. Wir wissen nicht, wie sie aussieht. Aber wir können Stück für Stück Licht in diesen dunklen Raum bringen.« Der Unternehmer rät zu regelmäßigen, kleinen, schnellen und günstigen Experimenten. Er animierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sich zu überlegen, was sie schon immer in Bezug auf das Sortiment, die Kundinnen und Kunden oder die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausprobieren wollten. Mit einem Experiment pro Woche könnten 50 Experimente im Jahr entstehen. »Ich kann Ihnen garantieren, Ihre Apotheke wird nicht mehr die gleiche sein.«

In einer Welt voller Lieferengpässe und immer neuer Regeln und Erwartungen würde sich die Zukunft nicht an Perfektion, sondern am Mut messen, »auch mal etwas neu zu bauen«. 

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