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Toripalimab
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Noch ein Checkpoint-Inhibitor

Mit Toripalimab steht seit Januar ein weiterer Checkpoint-Inhibitor zur Therapie von Patienten mit Krebs im Nasen-Rachenraum oder in der Speiseröhre zur Verfügung. Er wird in der Erstlinie eingesetzt und stets mit einer Chemotherapie kombiniert.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 06.02.2026  07:00 Uhr

Toripalimab (Loqtorzi™ 240 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, Topalliance Biosciences Europe) ist zugelassen zur Erstlinienbehandlung von erwachsenen Patienten mit rezidivierendem, für eine Operation oder Strahlentherapie nicht infrage kommendem oder metastasiertem Nasopharynxkarzinom (NPC). Eine weitere Indikation ist die Erstlinienbehandlung von erwachsenen Patienten mit inoperablem fortgeschrittenem, rezidivierendem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom des Ösophagus (OSCC). Beides sind seltene Krebsarten: NPC machen hierzulande etwa 0,2 Prozent aller bösartigen Erkrankungen aus, OSCC etwa 0,6 Prozent.

In beiden Indikationen wird Toripalimab mit einer platinhaltigen Chemotherapie kombiniert. Bei NPC heißen die Kombinationspartner Cisplatin und Gemcitabin, bei OSCC Cisplatin und Paclitaxel. Toripalimab wird mit 240 mg alle drei Wochen dosiert und als intravenöse Infusion verabreicht. Erfolgt die Gabe am selben Tag wie die Chemotherapie, wird der Antikörper zuerst und über einen anderen Zugang als die Zytostatika verabreicht.

Maximal über 24 Monate therapieren

Die erste Infusion von Toripalimab wird über einen Zeitraum von 60 Minuten gegeben; sofern dabei keine wesentlichen infusionsbedingten Reaktionen aufgetreten sind, kann der Infusionszeitraum bei den folgenden Infusionen auf 30 Minuten verkürzt werden. Die Therapie sollte bis zum Fortschreiten der Krankheit, bis zum Auftreten inakzeptabler Toxizität oder maximal 24 Monate lang fortgesetzt werden.

Toripalimab bindet an den Rezeptor des Programmed Cell Death Protein 1 (PD-1) und verhindert dessen Wechselwirkung mit seinen Liganden PD-L1 und PD-L2. Auf diese Weise hebt der Checkpoint-Inhibitor die PD-1-vermittelte Hemmung der Immunantwort auf und verstärkt die zytotoxische Aktivität von T-Zellen. Bei Tumoren, die PD-1 überexprimieren, führt dies zu einer Verstärkung der gegen den Tumor gerichteten Immunantwort.

Unerwünschte Wirkungen, die auf die verstärkte Aktivierung des Immunsystems zurückzuführen sind, können eine Unterbrechung der Therapie oder das dauerhafte Absetzen von Toripalimab erforderlich machen. Diese Nebenwirkungen können in jedem Organ oder Gewebe auftreten, auch in mehreren gleichzeitig. Möglich sind beispielsweise immunvermittelte Entzündungen der Lunge, des Dickdarms, der Leber, der Hirnanhangsdrüse, der Niere, des Herzmuskels und der Skelettmuskulatur, Hautausschlag, Schilddrüsenerkrankungen, Nebenniereninsuffizienz und Typ-1-Diabetes.

Um die Verträglichkeit der Toripalimab-Infusion zu verbessern, kann eine Prämedikation mit Antipyretika und Antihistaminika in Betracht gezogen werden. Systemische Corticosteroide sollen dagegen nicht als Prämedikation gegeben werden, da sie die Wirksamkeit des Checkpoint-Inhibitors beeinträchtigen können. Als Prämedikation der begleitenden Chemotherapie sind systemische Corticosteroide aber erlaubt.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und für mindestens vier Monate danach zuverlässig verhüten. Toripalimab sollte nicht in der Schwangerschaft eingesetzt werden, es sei denn, der klinische Nutzen überwiegt das potenzielle Risiko. Während der Behandlung und für mindestens vier Monate nach der letzten Dosis sollen Frauen nicht stillen.

Überlegenheit gegenüber Placebo gezeigt

Ausschlaggebend für die Zulassung waren in der Indikation NPC die Studie JUPITER-02 mit 289 Patienten und in der Indikation OSCC die Studie JUPITER-06 mit 514 Patienten. In der erstgenannten Studie erhielten die Patienten randomisiert im Verhältnis 1:1 entweder Cisplatin/Gemcitabin plus Toripalimab oder Cisplatin/Gemcitabin plus Placebo. Toripalimab erwies sich gegenüber Placebo in den Endpunkten progressionsfreies Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS) als statistisch signifikant überlegen: medianes PFS 21,4 versus 8,2 Monate, medianes OS nicht abschätzbar versus 33,7 Monate.

In der Studie JUPITER-06 wurden die Patienten ebenfalls im Verhältnis 1:1 randomisiert auf eine Therapie mit Cisplatin/Paclitaxel plus Toripalimab oder Cisplatin/Paclitaxel plus Placebo. Hier kam es zu einer statistisch signifikanten Verlängerung des medianen PFS von 5,5 auf 5,7 Monate und zu einer konsistenten Verbesserung des medianen OS von 12,9 auf 17,7 Monate.

Die häufigsten Nebenwirkungen von Toripalimab waren Blutbildveränderungen wie Anämie, Leuko-, Neutro- und Thrombozytopenie, Übelkeit/Erbrechen/Appetitlosigkeit, Hautausschlag, Fatigue und Leberfunktionsstörungen.

Loqtorzi ist bei 2 bis 8 °C im Kühlschrank und in der Originalverpackung zu lagern. Vor der Infusion wird das Konzentrat mit 100 oder 250 ml isotonischer Kochsalzlösung verdünnt. Die Infusion erfolgt über eine Pumpe unter Verwendung eines sterilen Inline-Filters.

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