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Arzneimittelmissbrauch
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Neurologen schlagen BtM-Pflicht für Pregabalin vor

Derzeit sorgen erhöhte Todesfälle unter Pregabalin und Gabapentin in Großbritannien für Aufregung. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie geht auch von einem Anstieg in Deutschland aus, warnt vor einem Missbrauch der Medikamente und stellt eine BtM-Pflicht für die beiden Substanzen zur Diskussion.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 26.03.2024  17:00 Uhr

Patienten besser aufklären reicht nicht

Abhängigkeits- und auch Missbrauchspotenzial von Gabapentin und vor allem Pregabalin sind seit Jahren bekannt. Die Ärzteschaft wurde mehrfach und unter anderem von der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) über die Gefahren von Pregabalin informiert und aufgefordert, bei Verschreibung genau zu prüfen, ob eine Abhängigkeit oder Koabhängigkeit von anderen Substanzen vorliegt, und die Patientinnen und Patienten über die Gefahren aufzuklären. Entsprechende Warnhinweise finden sich auch in der Fachinformation.

Das scheint jedoch nicht zu genügen. »Neurologinnen und Neurologen nehmen diese Verantwortung ernst, dennoch können sie einen Missbrauch nicht immer ausschließen«, so DGN-Generalsekretär Berlit. Pregabalin und Gabapentin seien unverzichtbare Medikamente bei der Behandlung neurologischer Krankheiten, für die bei vielen Indikationen keine anderen wirksamen Therapiealternativen zur Verfügung stünden.

Ein Verbot der Medikamente sei daher aus Sicht der neurologischen Fachgesellschaft keine Option. »Es müssen Auflagen für die Verordnung wie eine BtM-Pflicht diskutiert werden, sodass eine höhere Kontrolle gewährleistet ist und der Missbrauch erschwert wird«, fordert Berlit.

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