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Versender sucht Investoren
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Neuer Geschäftsführer bei Sanicare

Versender Sanicare hat einen neuen Geschäftsführer: Marcus Diekmann soll sich um die digitale Transformation und das E-Commerce-Geschäft kümmern. Die Gruppe sucht außerdem Investoren und will mit Vor-Ort-Apotheken kooperieren. Diekmann wird neben den Geschäftsführern Christoph Bertram und Heinrich Meyer auch Gesellschafter in der Sanicare-Gruppe.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 04.02.2025  07:02 Uhr

Diekmann war in der Vergangenheit unter anderem in der Geschäftsführung des Online-Fahrradhändlers Rose Bikes tätig, zuletzt als aktiver Beirat bis Ende 2023. Beim Öko-Modelabel Armedangels ist er Beiratsvorsitzender und er berät den Anbieter für nachhaltiges Tech-Zubehör Vonmählen. Bei Sanicare übernimmt er die Rolle des »Chief Strategy, Digital & eCommerce Officers« und soll die digitale Transformation der Gruppe vorantreiben, zu der auch die Versandapotheke Aliva gehört. Diekmann wird auch Gesellschafter in der Gruppe.

Sanicare setzt wie alle Versender auf das E-Rezept, das seit Anfang 2024 verpflichtend ist. Gerade die deutschen Versender lebten in der Vergangenheit vor allem vom OTC-Handel, weil sie sich anders als die Konkurrenz aus den Niederlanden im Rx-Geschäft an die Preisbindung hielten.

Doch mit dem leichteren Marktzugang zum verschreibungspflichtigen Segment sieht der Versender aus dem niedersächsischen Bad Laer das Potenzial, »das gesamte Marktgefüge neu zu definieren«. Angesichts immer weniger Apotheken würde auch die Bedeutung der Versender zunehmen, so die Erwartung bei Sanicare.

Diekmann sieht darin »die spannendste, aber auch herausforderndste Aufgabe« seiner Karriere. »Regulatorische Hürden, starke Wettbewerber wie Shop Apotheke und Doc Morris, die mit erheblichem Kapital ausgestattet sind, und ein sich rasant verändernder Markt erfordern maximale Innovationskraft und Geschwindigkeit.«

Kooperation mit Vor-Ort-Apotheken

Die beiden geschäftsführenden Gesellschafter, Christoph Bertram und Heinrich Meyer, wollen jetzt »die nächste Wachstumsstufe zünden«, wie es in der Mitteilung des Versenders heißt. Nach einem Umsatz von 90 Millionen Euro im vergangenen Jahr soll 2025 erstmals die Marke von 100 Millionen Euro geknackt werden. Zum Vergleich: Marktführer Shop Apotheke hat zuletzt 2,4 Milliarden Euro umgesetzt. Sanicare kündigt an, selbst auf Investorensuche zu gehen. Das dürfte aufgrund des Fremdbesitzverbots nicht bei der Sanicare-Apotheke BS-Apotheken OHG geschehen, sondern als Umweg über die Gruppe, etwa im Bereich der Logistik.

Sanicare will die Aufholjagd mit der guten App und einer konsequenten Social-Media-Strategie starten. Außerdem sucht der Versender die Zusammenarbeit mit Apotheken: »Kooperationen mit stationären Apotheken und deren smarte Integration in unsere digitale Strategie sind daher zentrale Bausteine unseres Erfolgsplans«, so Diekmann.

Eine Kooperation mit Apotheken hatte Sanicare – wie andere Versender – vor einigen Jahren schon einmal versucht. Bei der Plattform »Versandvernetzt.de« sollten Bestellungen über kooperierende Apotheken abgewickelt werden. Das Provisionsgeschäft hat sich in der Praxis aber nicht wirklich durchgesetzt. Zum neuen Konzept ist noch nichts bekannt. Sanicare kündigt eine »enge Verzahnung mit stationären Apotheken für eine optimale Kundenversorgung« an. Partnerschaften seien aber auch mit Unternehmen außerhalb des Gesundheitsbereichs geplant.

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