Auf dem Land werde die Erhöhung des Fixums »über die Frage des Fortbestehens der auskömmlichen Versorgung entscheiden«, meint Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD). / © Imago/Henning Scheffen
Bei den Apothekenzahlen in Deutschland jagt ein Rekordtief das andere. Wie die ABDA heute mitteilte, liegt die Zahl inzwischen bei 16.601 Betriebsstätten und hat damit ein neues Rekordtief erreicht. Diese Zahl sei »alarmierend«, meint Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD), der seit Januar für ein Jahr Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) ist. Auch in Niedersachsen sinke die Apothekenzahl kontinuierlich. »Diese Entwicklung verdeutlicht, unter welchem wirtschaftlichen Druck die einzelnen Apotheken stehen, etwa durch steigende Betriebskosten, Inflation oder nicht angepasster Abgabepreise verschreibungspflichtiger Medikamente«, so Philippi in einer Mitteilung.
»Dringend notwendig« sei daher ein höheres Packungsfixum, insbesondere auf dem Land. Dort werde die Erhöhung des Fixums »über die Frage des Fortbestehens der auskömmlichen Versorgung entscheiden«. In ländlichen Strukturen dürfe es »auf keinen Fall« zu weiteren Apothekenschließungen kommen.
Die Lage sei in den letzten Jahren objektiv schwieriger geworden, was die Aufrechterhaltung bestehender inhabergeführter Apotheken schwieriger mache und auch die Frage der Nachfolgerschaft aufwerfe. Apotheken auf dem Land hätten inzwischen andere Anforderungen als früher; sie hätten eine immer älter und immobiler werdende Bevölkerung zu Hause über einen Lieferservice zu versorgen. »Hierfür gibt es auch keine Kompensation«, kritisierte Philippi. »Alles in allem führt das zum Rückgang der Apotheken.«
Die geplante Apothekenreform befindet sich im parlamentarischen Verfahren. Morgen wird sich der Gesundheitsausschuss des Bundesrats mit den Plänen befassen.