| Theo Dingermann |
| 15.08.2024 13:30 Uhr |
Beim Menschen konnten die Forschenden den neu entdeckten Zelltyp ebenfalls nachweisen. Er findet sich im tiefen Nackenfettgewebe und wurde durch Einzelzell-RNA-Sequenzierung eindeutig identifiziert. Diese humanen Zellen (auch als H-Ad-3 bezeichnet) weisen ein ähnliches Genexpressionsprofil auf wie die Zellen der Maus. Die Funktionen sind über die Arten hinweg konserviert.
Wichtig ist, dass die Häufigkeit von H-Ad-3-Fettzellen negativ mit Stoffwechselparametern wie HbA1c, BMI, Nüchternblutzucker und Gewicht korreliert. Demgegenüber ist der Leptin-Spiegel mit der Anzahl an H-Ad-3-Fettzellen positiv korreliert, was auf ihre Rolle an der systemischen Stoffwechselregulation hindeutet. In erster Näherung kann man sagen, dass die Zahl der beigen Fettzellen bei Menschen um so größer ist, je schlanker sie sind und je besser es um ihre Stoffwechselgesundheit steht. »Indem beige Fettzellen Energie in Wärme umwandeln, bauen sie überschüssiges Fett ab«, erklärt Doktorandin Wang.
Insgesamt unterstreicht diese umfassende Analyse die entscheidende Rolle des UCP1-unabhängigen Futile Cyclings bei der adipozytenvermittelten Thermogenese. Dies könnte sich auch therapeutisch bei Stoffwechselstörungen nutzen lassen, indem versucht wird, diese ATP-abhängigen katabolen Wege in Adipozyten medikamentös zu forcieren.