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US-Arzneimittelpreise
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Nächste Rabattrunde ab Februar  

Der ersten zehn neuen Arzneimittelpreise gelten seit Januar. Seit 2022 darf die bundesstaatliche Krankenversicherung der USA, Medicare, Preise der umsatzstärksten Originalpräparate verhandeln. Die nächsten Beratungen starten laut Fachmagazin »JAMA« im Februar.
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 08.01.2026  11:00 Uhr

Der sogenannte Inflation Reduction Act (IRA) aus dem Jahr 2022 regelt, dass das Medicare-Programm die Preise der umsatzstärksten Medikamente in den USA neu verhandeln darf. Das sind Präparate, die nur von einem Hersteller kommen und für die es keine Alternativen unter den Generika oder Biosimilars gibt. 

Für die ersten zehn Medikamente (Eliquis,  Jardiance, Xarelto, Januvia, Farxiga, Entresto, Enbrel, Imbruvica, Stelara und NovoLog) veröffentlichte Medicare die neu ausgehandelten Preise im vergangenen August. Diese treten mit Senkungen zwischen 8 und 42 Prozent ab Januar 2026 in Kraft. Das »Medicare Rights Center« spricht sogar von Senkungen bis zu 79 Prozent. Dies konnte durch eine archivierte Seite des U.S. Department of Health and Human Services bestätigt werden. Die Einsparungen für das Programm schätze das »Medicare Rights Center« auf 6 Billionen US-Dollar (Stand 07.01.26: 5,13 Milliarden Euro) pro Jahr. 

Im Gegensatz zum Vereinigten Königreich oder Deutschland, wo Preisverhandlungen kurz nach der Zulassung eines Medikaments stattfinden, verhandelt Medicare erst spät im Lebenszyklus eines Arzneimittels. Zu dem Zeitpunkt hat sich die Konkurrenz und die Bandbreite des Off-Label-Uses meist schon verändert.

Weitere Verhandlungsrunden folgen 

Ein Packet für die Preissenkung von weiteren fünfzehn Arzneimitteln – darunter laut Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS) auch Abnehmpräparate wie Ozempic ® und Wegovy ® – sind laut Fachmagazin »JAMA« seit November 2025 finalisiert. Der dritte Verhandlungszyklus beginnt demnach im Februar. Dann werden auch sogenannte »physician-administered drugs«, also Arzneien, die Fachpersonal im klinischen oder Praxissetting verabreicht, preislich reevaluiert. Dazu gehören laut der Medicaid and CHIP Payment and Access Commission (MACPAC) beispielsweise Infusionen oder intravenöse Injektionen.

Ausschlaggebend für die neuen Preise ist unter anderem, wie sich der klinische Nutzen der Präparate im Vergleich zu alternativen Therapien schlägt. Die Entscheidung treffen zuletzt die US Centers for Medicare & Medicaid Services. 

Das Congressional Budget Office (CBO) schätzte in einer Budgetprognose das Einsparpotenzial für Medicare bis 2031 insgesamt auf 98,5 Billionen US-Dollar (Stand 07.01.2026: 84.25 Milliarden Euro). 

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