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Vorläuferzellen nachgewiesen
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Nachschub für Neuronen auch bei Erwachsenen

Das Gehirn galt lange als ausdifferenziert und nicht regenerierbar. Zwar deuteten Tierstudien an, dass sich auch bei Erwachsenen noch neue Nervenzellen bilden könnten. Allerdings fehlten Belege für das Vorhandensein neuronaler Stammzellen, die sich auch im Erwachsenenalter in Neuronen differenzieren – bis jetzt.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 08.07.2025  12:30 Uhr

Entwicklung regenerativer Therapien denkbar

Die Autoren bestätigen in dieser Studie die Existenz einer vollständigen neurogenen Entwicklungslinie inklusive der proliferierender Vorläuferzellen auch im erwachsenen menschlichen Hippocampus. »Wir konnten nun diese Ursprungszellen identifizieren, was bestätigt, dass im Hippocampus des erwachsenen Gehirns weiterhin neue Nervenzellen gebildet werden«, sagt Studienleiter Jonas Frisén, Professor für Stammzellforschung am Karolinska-Institut, in einer Mitteilung. Somit ist die adulte Neurogenese nicht ausschließlich auf langsam reifende, pränatal gebildete Vorläufer zurückzuführen.

Die funktionelle Bedeutung wird insbesondere für Lernprozesse und Stimmungsregulation angenommen, da selbst wenige neue Neuronen synaptische Netzwerke im Hippocampus erheblich beeinflussen können. Die Daten seien ein wichtiger Baustein, »um zu verstehen, wie das menschliche Gehirn funktioniert und sich im Laufe des Lebens verändert«, erklärt Frisén. »Unsere Forschung könnte auch Bedeutung für die Entwicklung regenerativer Therapien haben, die die Bildung neuer Nervenzellen bei neurodegenerativen und psychiatrischen Erkrankungen anregen.« Im Kontext der zunehmenden Informationen hinsichtlich einer Risikominimierung für neurodegenerative Erkrankungen sind diese neuen Befunde extrem bedeutsam.

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