Auch bei konkreten Präparatewünschen gilt in der Selbstmedikation: Eine Frage geht immer. / © Getty Images/Luis Alvarez
Die ABDA informiert, dass Mykosen 2026 das Schwerpunktthema für alle Pseudo-Customer-Besuche und kammerinitiierten Beratungs-Checks sind. Wenn also das nächste Mal jemand in der Apotheke nach einer Behandlungsmöglichkeit von Haut-, Fuß-, Nagel- oder Vaginalpilz oder auch Windel- und Mundsoor fragt, könnte es sich um einen Pseudo Customer handeln.
»Pilzinfektionen weisen keine Selbstheilungstendenz auf, sodass eine Information und Beratung der Patientinnen und Patienten erforderlich ist, um insbesondere auch auf Limitationen der Selbstmedikation aufmerksam zu machen«, betont die ABDA.
Seit vergangenem Jahr wird das Schwerpunktthema vorab verkündet, damit Apotheken einen Fortbildungsschwerpunkt darauf legen können. Apothekenteams sollen sich so auch intensiv im Rahmen interner Fortbildungskonzepte mit dem Thema befassen und die eigene Umsetzung der Informations- und Beratungsprozesse bereits vorab prüfen und gegebenenfalls optimieren können. Zudem wird es entsprechende Fortbildungsangebote der Kammern geben. 2025 war das Schwerpunktthema Erkältungsbeschwerden.
PZ-Leserinnen und -Leser finden hier aktuelle Artikel rund um Mykosen oder spezifisch auf unseren Themenseiten zu Fußpilz und Nagelpilz. Zudem gibt es jedes Vierteljahr gebündeltes Wissen zu Selbstmedikationsthemen in unserer Beilage »OTC-Spezial« und unseren monatlichen Newsletter »OTC Wissen«, den Sie hier abonnieren können.
Ein Pseudo Customer ist ein Prüfer, der von der Kammer oder der Apotheke selbst beauftragt ist. Er nennt entsprechende Symptome und/oder auch einen konkreten Arzneimittelwunsch äußern. Nach dem Beratungsgespräch verlässt der angebliche Kunde die Apotheke und dokumentiert das Gespräch anhand eines standardisierten Fragebogens. Neben der fachlichen Beratung wird auch die Kommunikation bewertet.
In der Regel geht der Pseudo Customer dann direkt zurück in die Apotheke, gibt sich zu erkennen und gibt der oder dem Beratenden allein und dann zusammen mit dem verantwortlichen Apotheker Feedback. Dazu gehört auch ein individuelles Coaching für die Apotheke. Abschließend gibt es einen Bericht und eine Bescheinigung für die QMS-Zertifizierung. Das Ergebnis bleibt anonym. Die Landesapothekerkammern erhalten weder Informationen darüber, welche Apotheken teilnehmen, noch Ergebnisse einzelner Apotheken.
Es gehe nicht um Testkäufe, Überwachung, Benchmarking, Vergleiche und Beurteilungen, sondern um Hilfe zur Selbsthilfe für die Apotheken, die eigene Beratungsqualität zu evaluieren und zu verbessern. Mehr Informationen dazu finden sich auf der ABDA-Website und unter www.pseudo-customer.net, wo Apotheken auch selbst Besuche buchen können. Durchführender Anbieter ist die Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker.
Die Materialien der Bundesapothekerkammer bezüglich der Leitlinie Information und Beratung des Patienten bei der Abgabe von Arzneimitteln zur Selbstmedikation und auch Anwendungsbeispiele finden sich hier.