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Gehirn im Stresstest
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Multitasking macht müde und vergesslich

Multitasking gilt als Effizienz-Werkzeug. Doch das Jonglieren zwischen verschiedenen Aufgaben frisst Hirnkapazitäten. Langfristig verändert es sogar das Gehirn und beeinflusst die Denkfähigkeit.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 25.06.2025  15:00 Uhr

Wir verlernen, zu priorisieren

Diese Beobachtung widerlegt damit auch frühere Studien, die geschlechtsspezifische Unterschiede beim Multitasking feststellten. Zum Beispiel, dass Frauen die besseren Multitasker sind. Basis dafür waren jedoch oftmals lediglich Tests zum Aufgabenwechsel. Andere Studien attestierten dagegen Männern Überlegenheit, führten aber nur Tests zum gleichzeitigen Multitasking durch. Fazit: Die Begabung hängt entscheidend von der Art der zu bewältigenden Aufgabe ab.

Damit nicht genug. Tendenziell verlieren wir eher Zeit und Energie, wenn wir zwischen Aufgaben hin- und herwechseln. Bis das Gehirn sich umgestellt hat, dauert es nämlich ein paar Minuten. In extremen Fällen kann es sogar zur sogenannten Task-Switching-Induced Amnesia kommen. Damit ist gemeint, dass zu viele Unterbrechungen dazu führen können, dass wir am Ende gänzlich vergessen, was wir ursprünglich eigentlich erledigen wollten.

Und wer regelmäßig Multitasking betreibt, verlernt irgendwann die Fähigkeit, sich auf eine Sache zu konzentrieren und zu priorisieren, wie eine Langzeitstudie der Stanford University bereits 2018 zeigte. Das verändert unsere Denkfähigkeit. Daher sehen viele Psychologen die wahren Superkräfte heutzutage nicht im Multitasking, sondern im Fokussieren.

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