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Altersprävention
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Mit Singen kognitiven Abbau bremsen

Kann Singen bei Depressionen und Angststörungen helfen und das Risiko für einen kognitiven Abbau senken? Eine Studie legt das nahe und stellt die Wirkung von Chorsingen auf eine Stufe mit Gesundheitsaufklärungsprogrammen.
AutorKontaktKatja Egermeier
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 03.12.2025  07:00 Uhr

Die randomisiert kontrollierte Studie, die im »Journal of Psychiatric Research« erschienen ist, umfasste 200 ältere Erwachsene, die noch selbstständig lebten, jedoch ein erhöhtes Risiko für einen kognitiven Abbau aufwiesen. Hintergrund der Auswahl war, dass Depressionen und Ängste häufig bereits im präklinischen Stadium einer Demenz auftreten und mit kognitiven Beeinträchtigungen verbunden sind.

Die Forschenden wiesen die Teilnehmenden zufällig entweder dem Chorsingen oder einem Gesundheitsbildungsprogramm zu. Beide Interventionen fanden über einen Zeitraum von zwei Jahren einmal wöchentlich für jeweils eine Stunde in Gruppensitzungen statt.

Es zeigte sich, dass in beiden Gruppen über den gesamten Studienzeitraum hinweg die Wahrscheinlichkeit sank, eine Depression oder Angststörung zu entwickeln – und zwar im Endergebnis für alle Teilnehmenden gleichermaßen, wenn auch mit unterschiedlichen Verläufen. Beide Maßnahmen konnten somit die Entstehung oder das Fortschreiten einer klinisch relevanten Depression oder Angststörung bei Menschen mit Demenzrisiko verzögern.

Gehirn muss arbeiten

Bereits in früheren Untersuchungen hatte sich herausgestellt, dass Chorgesang den Einsatz komplexer kognitiver Prozesse erfordert. Texte und Melodien gelte es, auswendig zu lernen und die Stimmkontrolle zu beachten, was zudem den Ausdruck positiver Gefühle erleichtere, so die Studienautoren. Außerdem steigere gemeinsames Singen die soziale Verbundenheit und Interaktion.

Auch wenn Chorgesang der Gesundheitsaufklärung nicht überlegen ist, bietet er dennoch eine leicht umsetzbare und bereichernde Möglichkeit für Betroffene. Aus Sicht der Autoren ist dies besonders relevant im Hinblick auf den Bedarf an nicht-medikamentösen Präventionsmaßnahmen gegen den kognitiven Abbau.

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