| Daniela Hüttemann |
| 08.04.2026 11:30 Uhr |
Methamphetamin macht stark abhängig. Das betrifft aktuell schätzungsweise 7,4 Millionen Menschen weltweit. / © Getty Images/D-Keine
Das Antidepressivum Mirtazapin könnte Menschen mit Methamphetamin-Sucht helfen, ihren Drogengebrauch zu reduzieren. In einer doppelblinden, placebokontrollierten randomisierten Studie mit 344 Methamphetamin-Abhängigen (213 Männer, 126 Frauen, medianes Alter 42 Jahre) erhielten 172 Personen über zwölf Wochen einmal täglich 30 mg Mirtazapin, weitere 172 Personen bekamen stattdessen ein Placebo. Die Studie wurde ambulant an sechs Entzugskliniken der Regelversorgung in Australien durchgeführt. Die Ergebnisse sind jetzt im Fachjournal »JAMA Psychiatry« erschienen.
Im Schnitt hatten die Teilnehmenden nach eigenen Angaben an 24 (17 bis 28) der 28 Tage vor Studienbeginn Methamphetamin genommen. Während sich der Konsum in der Placebogruppe über die Dauer von zwölf Wochen um 4,8 von 28 Tagen senkte, schafften die Konsumenten unter Mirtazepin eine Reduktion um 7,0 Tage. Bei den sekundären Endpunkte wie Depression, Schlaflosigkeit und Lebensqualität fanden sich keine Unterschiede.
23 Prozent in der Mirtazapin-Gruppe beendeten die Therapie vorzeitig aufgrund von Nebenwirkungen gegenüber 15 Prozent in der Placebogruppe. In der Verumgruppe berichteten 47 Prozent von Benommenheit (33 Prozent unter Placebo) und Gewichtszunahme (10 versus 3 Prozent). Unerwartete Sicherheitsbedenken traten nicht auf.
»Mirtazapin ist sicher und wirksam, wenn es in der klinischen Routine zur Reduzierung des Methamphetamin-Konsums bei Erwachsenen mit einer Methamphetamin-Abhängigkeit eingesetzt wird«, folgert das Autorenteam um Dr. Rebecca McKetin vom National Drug and Alcohol Research Centre der University of New South Wales in Sydney, Australien. Es seien keine unerwarteten Nebenwirkungen aufgetreten, die gegen den Einsatz des Antidepressivums in dieser Bevölkerungsgruppe sprechen würden.