Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Lebensqualität bei COPD
-
Mit Lachtherapie weniger atemlos

Patientinnen und Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) sind aufgrund von Atemnot im Alltag oft stark eingeschränkt. Eine strukturierte Lachtherapie könnte ihnen helfen, sich besser zu fühlen.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 12.10.2026  07:00 Uhr

Selbst leichte Alltagstätigkeiten können Menschen, die unter COPD leiden, aufgrund ihrer Atembeschwerden oft kaum bewältigen. Die Lebensqualität kann sich dadurch stark verringern. Forschende der Universität in Ankara, Türkei, wollten mit einer kleinen, randomisierten kontrollierten Studie überprüfen, ob eine Lachtherapie die körperliche und/oder psychische Situation verbessern könnte.

Sie rekrutierten 63 Personen, die das Ankara Bilkent City Hospital aufgrund einer COPD behandelte, und teilten sie in drei Gruppen zu je 21 Probanden ein: Alle Personen behielten ihre Medikation mit Bronchodilatatoren und Corticosteroiden bei, wobei eine Gruppe zusätzlich bei COPD etablierte Atemübungen wie die Lippenbremse durchführte und die dritte Gruppe an einer Lachtherapie teilnahm.

Die Therapie beinhaltete spielerische Übungen wie rhythmisches Klatschen mit vokalen Geräuschen, das Nachahmen von Geräuschen wie dem Start eines Motorrads oder dem Brüllen eines Löwen sowie Entspannungsübungen mit ruhigem Atmen und Lächeln. Diese Methoden sind in der Lachtherapie etabliert und unterscheiden sich von spontanen Reaktionen auf Humor wie einem Lachanfall. Nach den persönlichen Sitzungen mit einem Lachtherapeuten führten die Patienten die erlernten Techniken dreimal wöchentlich für 30 Minuten eigenständig durch.

Verbessertes Ausatmen

Die Forschenden stellten ihre Ergebnisse auf dem Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Barcelona, Spanien, vor: Nach acht Wochen hatte sich sowohl bei den Teilnehmenden der Gruppe mit Lachtherapie als auch der Gruppe mit herkömmlichen Atemübungen die gesundheitliche Verfassung verbessert, nicht jedoch in der Gruppe ohne diese Interventionen. Die Verbesserung hielt auch einen Monat nach Ende der Studie an; das Maß der täglich notwendigen Unterstützung durch Pflegekräfte änderte sich dagegen nicht.

Die Wirkung der Lachtherapie bedarf weiterer Forschung, könnte laut dem Autorenteam jedoch im Training der Atemmuskulatur, einem intensiveren Ausatmen, einem verbesserten Lymphfluss und der Freisetzung von Endorphinen begründet sein. Der strukturierte Ansatz der Lachtherapie kann dem Studienleiter Dr. Goncagul Aldan zufolge helfen, einen sanften Luftausstoß zu erleichtern und das Einschließen von Luft zu reduzieren, ohne das Atmungssystem zu überfordern. Dies kann etwa beim intensiven, ungeleiteten Lachen passieren. Zudem sei es möglich, mit dem kostengünstigen Training, das jeder anwenden kann, Ängste abzubauen und das psychische Wohlbefinden zu verbessern.

THEMEN
COPDEmotionen
Mehr von Avoxa