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Mit 60 Anträgen das ApoVWG verbessern

Gestern beriet der Gesundheitsausschuss des Bundesrats über das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG). Die Mitglieder signalisierten klar, dass sie Nachbesserungen im Sinne der Apotheken wünschen. Auch Andreas Philippi (SPD), neuer Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz (GMK), ist mit den Plänen nicht zufrieden.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 15.01.2026  15:30 Uhr

Beim ApoVWG hätten die Länder »massiven Nachbesserungsbedarf« angemeldet, so der niedersächsische Gesundheitsminister zur PZ. Es lägen 60 Änderungsanträge der Länder vor. Etwa lehnten die Länder die mit dem ApoVGW geplanten größeren Entfernungen zwischen den Apotheken eines Filialverbundes ab, denn dies würde zulasten des ländlichen Raumes gehen. Gerade in Flächenländern seien die Menschen auf Beratung vor Ort angewiesen. »Weiterhin sprechen wir uns ausdrücklich gegen Apotheken ohne persönliche Anwesenheitspflicht von Apothekerinnen und Apothekern aus«, so Philippi. Die abgespeckte Zweigapotheke müsse ein Notfallinstrument bleiben, da sie keine vollversorgende Apotheke ersetzen könne.

Die geplante PTA-Vertretung bedeute einen Systembruch und eine Gefahr für die Versorgung, so der GMK-Vorsitzende. Auch die Arzneimittelsicherheit und Qualität der pharmazeutischen Beratung wären dadurch beeinträchtigt. PTA als Apotheken-Inhabervertretungen könnten die Anwesenheit von Approbierten nicht dauerhaft ersetzen. Philippi warnte: »Ich halte es auch für nicht ausgeschlossen, dass die geplanten Änderungen zu einer Erosion des Berufsbildes Apotheker führen, die sich nachteilig auf die Attraktivität des Berufes auswirken und so den Fachkräftemangel in diesem Sektor weiter verstärken würde.«

»Dringend notwendig« sei ein höheres Fixum, wie es im Koalitionsvertrag angekündigt werde. Insbesondere auf dem Land verschärften ein verändertes Versorgungsprofil und zusätzliche Aufgaben wie Lieferdienste und der Fachkräftemangel die Situation weiter. »Die Sicherstellung unserer Versorgungsstruktur ist und bleibt eine Mammutaufgabe«, schloss Philippi.

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