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Hybride Stars
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Mischlingsvögel singen in beiden Sprachen

Was passiert, wenn zwei Singvogelarten ein Baby großziehen? Klar, ein musikalisches Wunderkind entsteht. Die hybriden Tiere haben nämlich mehr Talent als ihre nichthybriden Artgenossen.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 28.01.2025  07:00 Uhr

Alle jungen Singvögel merken sich und reproduzieren dann die Silben und Gesangsfrequenzen ihrer Art. Dabei hat jede der mehr als 4000 existierenden Singvogelarten ihre eigene Playlist. Doch was passiert eigentlich, wenn Mama und Papa aus zwei verschiedenen Arten stammen? Klar – das Kind wird zweisprachig, sprich es erlernt die Lieder beider Familien. Und das oft sogar besser, wie Wissenschaftler herausfanden.

Für ihre Untersuchung kreuzten die Forschenden Zebrafinken mit Zeresamadinen und beobachteten die hybriden Küken beim Lernen. Singvögel verfügen über spezielle Gehirnstrukturen, die für Stimmtraining und Lautproduktion zuständig sind.

Es stellte sich heraus, dass die Mischlinge der F1-Generation beim Gesangslernen besser abschnitten als ihre nichthybriden Artgenossen. Dabei erlernten sie die charakteristischen Lautfolgen beider Elternteile – ohne dabei eines zu bevorzugen. Und das trotz der gleichbleibenden Größe der Hirnregionen und Neuronenanzahl innerhalb der neuronalen Schaltkreise, die für das Lernen und die Produktion von Gesängen zuständig sind. Zudem waren die hybriden Vögel gewandter darin, sich auch andere Sprachen anzueignen, zum Beispiel den Gesang nicht verwandter Arten wie dem Kanarienvogel.

Singvögel, die verschiedene Eltern haben, lernen, merken und reproduzieren die individuellen Lieder demnach besser und haben mehr Repertoire. Doch diese Fähigkeit könnte auch ein Nachteil bei der Partnersuche sein, mutmaßen die Wissenschaftler. Denn womöglich bekomme das Gegenüber Schwierigkeiten, den Gesang einzuordnen.

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