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Apothekenzahlen in Westfalen-Lippe
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Minus 28 Prozent in 20 Jahren

Neues Jahr, altes Problem: Die Apothekenzahlen sinken weiter. Die Kammer Westfalen-Lippe meldet ein Minus von 28 Prozent im 20-Jahres-Vergleich. Der anhaltende Trend gefährde die Versorgung, die Politik müsse handeln.
AutorKontaktPZ
Datum 05.01.2026  14:46 Uhr

»43 Apotheken haben im Jahr 2025 ihre Pforten geschlossen«, bilanziert Andreas Walter, Hauptgeschäftsführer der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, zum Jahreswechsel die Apothekenstatistik der Kammer. Laut der Meldung stehen im Kammergebiet 49 Schließungen sechs Neueröffnungen im vergangenen Jahr gegenüber.

Vor 20 Jahren, zu Beginn des Jahres 2006, versorgten demnach in Westfalen-Lippe noch 2245 Apotheken die Bürgerinnen und Bürger mit Arzneimitteln. Zum 1. Januar 2026 sind es laut Kammer noch 1613 Apotheken. »Das ist ein Rückgang von 28 Prozent und ein bitteres Warnzeichen an die Politik: Die Regierung muss die versprochene Stärkung der Vor-Ort-Apotheken möglichst schnell umsetzen. Anderenfalls gefährdet sie die flächendeckende Versorgung«, so Walter.

Wie stark der politische Einfluss auf das Apothekennetz ist, habe sich direkt nach dem Deutschen Apothekertag im vergangenen September in Düsseldorf gezeigt, heißt es weiter. Zu dem Termin hatte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) die Reformpläne im Gepäck – und ließ auf dem Podium wissen, dass die Reform zunächst ohne eine Erhöhung des Fixums komme und »auf Wiedervorlage« gesetzt werde; zu klamm seien die Krankenkassen. Unmittelbar nach dieser Ankündigung hätten zehn der insgesamt 49 im Jahr 2025 geschlossenen Apotheken dichtgemacht, heißt es von der Kammer. Die Ansage habe bei vielen Inhabern die Hoffnung auf eine Verbesserung der Lage ersticken lassen. »Da wurden viele Reißleinen gezogen.«

Dortmund Spitzenreiter bei Schließungen

Die Politik müsse handeln, forderte Walter. Das Problem des stagnierenden Honorars bei gleichzeitig steigenden Preisen sei erkannt und im Koalitionsvertrag verankert. Dieses Versprechen müsse gehalten werden.

Spitzenreiter bei den Schließungen sei unter den Kreisen und kreisfreien Städten die Stadt Dortmund mit fünf Schließungen (bei einer Neueröffnung). Die Kreise Borken, Recklinghausen und Siegen verloren demnach jeweils vier Apotheken, ebenso wie der Kreis Soest, wobei es hier immerhin drei Eröffnungen gegeben habe. Jeweils drei Apotheken schlossen laut Kammer in den Kreisen Höxter, Paderborn und Lippe ihre Pforten.

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