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Kommentar
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Minister Stillos

Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) will das Apothekensystem, wie es heute besteht, abschaffen. Er will Mehrbesitz zulassen und Tele-PTA ohne Aufsicht. Ungeheuerlich sind nicht nur die Vorschläge, sondern auch wieder einmal die Kommunikation des Ministers, kommentiert PZ-Chefredakteur Alexander Müller.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 26.09.2023  17:20 Uhr

Seine skurrilen Pläne hat Lauterbach der Apothekerschaft nicht etwa bei einem Besuch beim Deutschen Apothekertag (DAT) vorgestellt und mit ihnen über seine Ideen diskutiert. Dem DAT bleibt der Minister auch in diesem Jahr fern und lässt sich nur digital zuschalten. Stattdessen können sich die Apothekerinnen und Apotheker aus den Medien zusammenreimen, wie der SPD-Politiker ihre Zukunft plant. Der FAZ wurden die groben Entwürfe zugesteckt. Dieses Verhalten des Ministers ist einfach nur noch stillos.

Lauterbach wirkt zunehmend überfordert, seine Konzepte übereilt und erratisch. Das war zuletzt schon bei seinem Lieferengpassgipfel zu beobachten, als er allen Ernstes hamsternde Eltern als das eigentliche Problem hinter fehlendem Fiebersaft ausmachen wollte. Zuvor hatte er die Apothekerschaft mit der Aussage beleidigt, mit ihren Warnungen vor Engpässen schürten sie Panik bei den Familien, um ihre Honorarforderungen durchzusetzen. Kaum vorstellbar war zu diesem Zeitpunkt, dass Lauterbach sich noch einmal würde unterbieten können.

Damit startet der Apothekertag morgen unter vollkommen neuen Vorzeichen. Proteste gegen den Politikstil dieses Ministers und seine absurden Pläne sind unausweichlich. Nach dem neuesten politischen Tiefschlag stellt sich die Frage, wie die Leistungserbringer im Gesundheitswesen überhaupt noch im Gespräch mit dem Bundesgesundheitsministerium bleiben sollen.

 

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