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Chinesische Studie
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Mikroplastik verstopft Gehirngefäße – zumindest bei Mäusen

Forschende haben in einer Studie mit Mäusen gezeigt, dass Mikroplastik-Partikel, die von Immunzellen aufgenommen wurden, kleinste Blutgefäße im Gehirn verstopfen können. Unabhängige Forschende sehen aber die Methodik der Studie kritisch und bezweifeln die Übertragbarkeit des Ergebnisses auf den Menschen.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 24.01.2025  14:32 Uhr
Mikroplastik verstopft Gehirngefäße – zumindest bei Mäusen

Mikro- und Nanoplastik, also Plastikpartikel, die zwischen 0,1 µm und 5 mm beziehungsweise unter 0,1 µm groß sind, stellt eine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar, deren Ausmaß dringend besser erforscht werden sollte. Menschen nehmen Mikro- und Nanoplastik (MNP) über die Nahrung, das Trinkwasser und auch über die Atemluft auf. Mittlerweile konnte nachgewiesen werden, dass Mikroplastik ins Blut gelangt und dass es das Herzinfarktrisiko stark erhöht. Allerdings sind noch viele Fragen zu den Auswirkungen von MNP auf die menschliche Gesundheit offen und es ist angesichts der Komplexität der Thematik – unterschiedliche Partikelgrößen und Materialien, verschiedene Expositionswege et cetera – nicht zu erwarten, dass es darauf allgemeingültige Antworten geben kann.

Ergebnisse aus einer Tierstudie sind jetzt im Fachjournal »Science Advances« erschienen. Eine Gruppe um Dr. Haipeng Huang von der chinesischen Forschungsakademie für Umweltwissenschaften in Peking hatte Mikroplastikpartikel fluoreszenzmarkiert und diese zunächst dem Trinkwasser von Mäusen zugesetzt und in einem zweiten Schritt den Mäusen direkt injiziert. Zuvor hatten die Forschenden den Schädelknochen der Tiere verdünnt und darauf eine Glasplatte aufgesetzt, durch die hindurch sie mit einem Mikroskop den Blutfluss im Gehirn bei den lebenden Mäusen beobachten konnten.

Nach der Aufnahme der markierten Mikroplastik-Partikel über das Trinkwasser tauchten diese ungefähr zwei Stunden später im Gehirn der Tiere auf. Nach ungefähr drei Stunden sahen die Forschenden fluoreszierende Zellen im Blut und mutmaßten, dass es sich hierbei um bestimmte Immunzellen handelte (Neutrophile und Makrophagen), die die markierten Plastikpartikel per Phagozytose aufgenommen hatten. Nach der Injektion von Mikroplastik direkt ins Blut der Mäuse dauerte es nur zwei Minuten, bis erneut markierte Plastikpartikel im Blut zu sehen waren und weitere acht Minuten, bis fluoreszierende Immunzellen auftauchten.

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