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Krankschreibung
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Merz kritisiert Fehltage wegen Krankheit

Lassen sich die Deutschen zu schnell krankschreiben? Die Union und die Arbeitgeber sehen ein großes Problem. Vor allem eine Maßnahme ist ihnen ein Dorn im Auge.
AutorKontaktdpa
Datum 19.01.2026  11:15 Uhr
Elektronische Erfassung der Krankenmeldungen

Elektronische Erfassung der Krankenmeldungen

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts waren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland 2024 durchschnittlich 14,8 Arbeitstage krankgemeldet – ein Anstieg um 3,6 Krankheitstage im Vergleich zu 2021. Die Zunahme dürfte nach Einschätzung des Bundesamts unter anderem auf die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Anfang 2022 zurückzuführen sein: Damit würden die Krankmeldungen genauer erfasst.

Davon geht auch eine Studie der Krankenkasse AOK von Anfang 2025 aus. Treiber für zusätzliche Fehltage seien unter anderem Atemwegserkrankungen. Bei der telefonischen Krankschreibung sah die AOK-Studie hingegen »keinerlei Anzeichen für einen systematischen Missbrauch«. Drei von vier für die Studie befragten Beschäftigten nannten die telefonische Krankschreibung damals sinnvoll oder sehr sinnvoll, weil man nicht krank zum Arzt müsse und Kontakt zu anderen Patienten im Wartezimmer vermeiden könne.

Telefonische Krankschreibung: Klausel im Koalitionsvertrag 

Union und Arbeitgeberverbände fordern trotzdem schon länger das Ende der telefonischen Krankschreibung. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist jedoch nicht von Abschaffung, sondern von Korrekturen die Rede: »Die telefonische Krankschreibung werden wir so verändern, dass Missbrauch zukünftig ausgeschlossen ist (zum Beispiel Ausschluss der Online-Krankschreibung durch private Online-Plattformen).«

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