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Nach Ausbruch in Südengland
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Meningitis-Fall auch in Frankreich

In der südenglischen Grafschaft Kent sind zwei junge Menschen an bakterieller Meningitis gestorben. Die Sorge vor weiteren Fällen ist groß. Nun meldet Frankreich einen ersten Patienten.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 19.03.2026  10:02 Uhr
Datum Aktualisiert am 19.03.2026  14:56 Uhr

Im Zusammenhang mit dem Meningitis-Ausbruch im britischen Kent ist in Frankreich ein Infizierter ins Krankenhaus gekommen. Der aus Kent zurückgekehrte Mann, laut BBC ein Austauschstudent, befinde sich in einem stabilen Zustand, hieß es vom französischen Zentrum für Gesundheitskrisen. Um das Übertragungsrisiko einzudämmen, sei Menschen aus seinem Umfeld angeboten worden, vorsorglich Antibiotika einzunehmen. Ansonsten sei in Frankreich bislang kein weiterer Meningitis-Fall im Zusammenhang mit dem Ausbruch in Großbritannien gemeldet worden.

In der Grafschaft Kent in Südengland gibt es aktuell eine Häufung von Infektionen mit Meningokokken der Untergruppe B. Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde UKHSA gab es bis Mittwoch sechs bestätigte Fälle, hinzu kommen noch nicht bestätigte Verdachtsfälle. Bis Donnerstagmittag stieg die Zahl auf neun bestätigte Fälle plus aktuell zwölf Verdachtsfälle. Nach Angaben der Behörde mussten alle Betroffenen bis auf einen Fall ins Krankenhaus gebracht werden.

In den vergangenen Tagen waren in Canterbury zwei junge Menschen – nach Angaben der BBC eine 18-jährige Schülerin und ein an der University of Kent studierender junger Mensch – an Meningitis gestorben. »Dies ist ein sehr ungewöhnlicher Ausbruch«, sagte Robin May, Chief Scientific Officer der britischen Behörde, der BBC. »Was an diesem Fall besonders bemerkenswert und zugleich unerwartet ist, ist die große Anzahl von Fällen, die offenbar alle auf ein einziges Ereignis zurückzuführen sind.«

Nach Angaben der BBC wurden 2500 Dosen Antibiotika verteilt und rund 5000 Studierenden eine Impfung angeboten. Unter anderem gilt das für die Studierenden der Universität. Die Behörde rät zudem Menschen, die Anfang März einen bestimmten Nachtclub in Canterbury besuchten, sich vorbeugend behandeln zu lassen.

Meningokokken B sind Bakterien, die schwere Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Blutvergiftungen (Sepsis) auslösen können. Die Erkrankung kann sehr schnell verlaufen. Bereits bei begründetem klinischem Verdacht auf eine solche invasive Meningokokken-Erkrankung soll darum gemäß Meningitis-Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) umgehend mit einer Antibiotikatherapie begonnen werden.

Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die ersten Anzeichen einer Infektion sind oft grippeähnlich: Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit. Bei schwerem Verlauf kann es zu septischem Schock, Organversagen und Hirnschäden kommen.

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