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Wegen Fehlkonfiguration
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Medisign ruft neue eHBA zurück

Die Probleme mit der Umstellung der elektronischen Heilberufsausweise (eHBA) auf ein neues TI-Verschlüsselungsverfahren reißen nicht ab. Anbieter Medisign hat nun nach Rücksprache mit der Gematik den Rückzug neu vergebener eHBA angekündigt.
AutorKontaktEv Tebroke
Datum 19.02.2026  16:00 Uhr

Seit einigen Monaten sorgt in der Telematikinfrastruktur (TI) die Umstellung auf ein neues Verschlüsselungssystem für Probleme. Insbesondere der erforderliche Austausch der elektronischen Heilberufsausweise (eHBA) und Institutionskarten (SMC-B) mit neuen, auf das Verschlüsselungssystem ECC-only adaptierten Karten lief holprig. Nun muss Anbieter Medisign aufgrund eines Figurationsfehlers alle neuen Ausweise, die seit Jahresbeginn produziert wurden, schon wieder austauschen.

Der Austausch betrifft demnach alle neuen Karten, die ausschließlich mit dem neuen ECC-Zertifikat ausgestattet sind. Wie die PZ auf Anfrage von Medisign erfuhr, hatte die Gematik dem Anbieter zur Rücknahme geraten, um künftigen eventuellen Interoperabilitätsproblemen zuvorzukommen. Da aber kein Sicherheitsproblem vorliege, seien die derzeitigen Ausweise weiterhin einsetzbar, bis der neue Ausweis zugestellt ist.

Mögliche Interoperabilitätsprobleme mit einigen Konnektoren

Nach einer technischen Analyse hatte die Gematik eine Fehlkonfiguration im Personalisierungsprozess festgestellt und daraufhin mit Medisign die Rücknahme beschlossen. Demnach ist der bei der Personalisierung zwingend erzeugte RSA-Schlüssel bei den ECC-only-Karten nicht deaktiviert. Dies könnte möglicherweise zu Interoperabilitätsproblemen mit einigen Konnektoren führen.

Konnektoren, die bereits mit der neuesten Softwareversion PTV6 laufen, hätten keine Probleme, so Medisign. Bei denen mit Vorgängerversion PTV5 kommt es aktuell dazu, dass die Namensangabe in einem falschen Feld angezeigt wird. Man habe alle Kammern schriftlich darüber informiert, dass ein erneuter Kartenaustausch ansteht, bekräftigt Medisign-Geschäftsführer Armin Flender gegenüber der PZ.

Ersatzkarten werden automatisch zugeschickt

Insgesamt geht es um rund 2600 Karten aus allen Leistungserbringerbereichen. Die betroffenen Kunden würden zeitnah per E-Mail über den Austausch informiert. Der Anbieter wird nach eigenen Angaben aufgrund der vorliegenden Anträge Ersatzkarten produzieren und an die Karteninhaber versenden. Eine erneute Antragstellung und Identifizierung sei nicht erforderlich. Ein beiliegendes Informationsschreiben soll die Schritte zum Austausch und zur Aktivierung der neuen Ausweise erklären. Die alte Karte werde erst gesperrt, wenn der neue Ausweis erfolgreich aktiviert wurde.

Für Medisign ist die neue Rückrufaktion »keine große Sache«. Trotzdem reiht sich die Aktion in eine Serie von Negativmeldungen ein, die dem Unternehmen im vergangenen Jahr zugesetzt haben dürften. Denn der Anbieter war monatelang nicht mit der Produktion der neuen Karten hinterhergekommen, wodurch sich der bis eigentlich 31. Dezember zu vollziehende Kartenaustausch verzögerte. Letztlich wurde die Frist dann bis 30. Juni 2026 verlängert.

Grund waren nach eigenen Angaben Schwierigkeiten bei der Umstellung der Produktionsstraßen. Die stockende Umstellung der Karten auf das neue Verschlüsselungssystem hatte in den Apotheken seit Sommer immer wieder für Verbindungsprobleme und E-Rezept-Ausfälle gesorgt. Zuletzt hatte die Bundesapothekerkammer den Dienstleister wegen des HBA-Desasters in die Pflicht genommen und sich zudem über mangelnde Transparenz und Kommunikation beschwert.

Auch die Gematik hatte sich eingeschaltet und den Anbieter zwischenzeitlich unter Beobachtung gestellt. 

 

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