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Nahost-Konflikt
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Medikamente für humanitäre Zwecke werden unbezahlbar

Das Gesundheitshilfswerk »action medeor« warnt vor immensen Kostensteigerungen bei Medikamenten und humanitären Hilfsleistungen. Grund dafür sei der andauernde Krieg im Nahen Osten.   
AutorKontaktPZ
Datum 31.03.2026  15:22 Uhr

Laut der Hilfsorganisation sind vor allem die Preise für lebenswichtige Basismedikamente, die in der humanitären Hilfe benötigt werden, deutlich gestiegen. Betroffen seien sowohl die Verpackungen der Medikamente, zum Beispiel aus PVC- und Aluminiumfolien, als auch einzelne Wirkstoffe, heißt es in einer Pressemitteilung. »Bei Paracetamol zum Beispiel liegt die Kostensteigerung bei fast 40 Prozent«, berichtet Angela Zeithammer, Vorständin von action medeor.

Die Organisation führt die Kostensteigerungen auf den anhaltenden Nahost-Konflikt zurück. »Die gestiegenen Gas- und Ölpreise haben zur Folge, dass sich die Produktion und der Transport lebenswichtiger Medikamente empfindlich verteuert«, begründet Zeithammer. Preisschocks würden sich in ärmeren Ländern sofort auf die Verfügbarkeit von Medikamenten insgesamt auswirken. »Sie sind dann für viele Menschen schlicht nicht mehr erhältlich, weil sie niemand mehr bezahlen kann«, warnt Zeithammer.

In Ländern mit geringem Pro-Kopf-Einkommen gebe es viel weniger Preispuffer. »Schwankungen von Lebensmittel- oder Arzneipreisen wirken sich daher viel stärker aus.« Kritische Arzneimittelgruppen wie Antibiotika, Diabetes- und Schmerzmittel sowie Arzneien gegen Malaria seien davon überproportional betroffen. »Im Klartext heißt das: Wenn lebensnotwendige Medikamente sich verteuern, sterben mehr Menschen an Krankheiten, die eigentlich gut behandelbar wären«, bringt es Zeithammer auf den Punkt. 

Die PZ hat mit Pharmaverbänden über die Auswirkungen eines Krieges im Iran auf die Medikamentenversorgung in Deutschland gesprochen. Zwar warnten diese vor einer Gefahr für die Arzneimittelversorgung Europas und vor Abhängigkeiten, sie räumten jedoch auch ein, dass sie kurzfristig keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Arzneimittelversorgung hierzulande erwarten.

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