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Schweres chronisches Handekzem
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Lokales Delgocitinib schlägt systemisches Alitretinoin

Studiendaten unterstützen den Nutzen einer topischen Delgocitinib-Therapie beim schweren chronischen Handekzem. Im Vergleich zu systemischem Alitretinoin war der Januskinase-Hemmer besser wirksam und hatte zudem ein günstigeres Sicherheitsprofil.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 15.05.2025  16:20 Uhr

Das Delgocitinib-haltige Präparat Anzupgo® von Leo Pharma wurde im vergangenen Jahr auf dem deutschen Markt eingeführt. Derzeit ist es zur Behandlung von mittelschwerem bis schwerem chronischem Handekzem bei Erwachsenen zugelassen, wenn topische Corticoide nicht ausreichen oder nicht geeignet sind. Delgocitinib ist ein pan-Januskinasehemmer und sorgt dafür, dass der JAK-STAT-Signalweg, der auch in der Pathogenese des chronischen Handekzems eine Schlüsselrolle einnimmt, unterbrochen wird.

Im Fachjournal »Lancet« wurden kürzlich die Ergebnisse der DELTA-FORCE-Studie hochrangig publiziert. Ziel der Studie war es, Wirksamkeit und Sicherheit der topischen Delgocitinib-Creme im Vergleich zu oralem Alitretinoin zu untersuchen. Per Zufallsprinzip wurden rund 500 Erwachsene einer von zwei Gruppen zugeordnet. Entweder wendeten sie zweimal täglich Delgocitinib-Creme 20 mg/g an oder sie nahmen einmal täglich 30 mg Alitretinoin ein. Der primäre Endpunkt war die Veränderung des sogenannten HECSI-Wertes (Hand Eczema Severity Index) von Studienbeginn bis Woche 12. Der HECSI ist ein Schweregradindex für das Handekzem und liegt zwischen 0 und 360. Je höher der Wert, desto schlimmer das Handekzem.

Delgocitinib schnitt bei der Auswertung deutlich besser ab als Alitretinoin. Es wurde eine signifikant größere mittlere Veränderung des HECSI-Scores von Studienbeginn bis Woche 12 beobachtet (-67,6 versus -51,5). Zudem meldeten unter Delgocitinib weniger Patienten unerwünschte Ereignisse (49 versus 76 Prozent). Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren Kopfschmerzen (4 versus 32 Prozent), Nasopharyngitis (12 versus 14 Prozent) und Übelkeit (<1 versus 6 Prozent).

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Corticoide

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