| Cornelia Dölger |
| 14.10.2026 20:20 Uhr |
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) führt die prognostizierten stabilen Beitragssätze auf die GKV-Sparvorgaben zurück. / © Imago/dts Nachrichtenagentur
Aus den Schätzergebnissen für das Jahr 2027 ergibt sich laut dem Expertengremium ein rechnerischer durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz in Höhe von unverändert 2,9 Prozent. Veränderungen bei den Finanzreserven der gesetzlichen Krankenkassen würden nicht berücksichtigt. Der tatsächlich erhobene Zusatzbeitragssatz obliege der jeweiligen Krankenkasse, teilte das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) mit.
Bei seiner Sitzung am Dienstag und am heutigen Mittwoch war der GKV-Schätzerkreis zu einer einvernehmlichen Prognose der Höhe der Einnahmen, Ausgaben sowie der Zahl der Versicherten und Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für die Jahre 2026 und 2027 gekommen.
Für 2026 rechnet der Schätzerkreis demnach mit Einnahmen des Gesundheitsfonds von 312,2 Milliarden Euro, einschließlich Bundeszuschüssen, eines Bundesdarlehens und einer Entnahme aus der Liquiditätsreserve. Den erwarteten Ausgaben der Krankenkassen von 370,1 Milliarden Euro stehen demnach unverändert 312,3 Milliarden Euro an Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds gegenüber.
Für 2027 werden Einnahmen des Gesundheitsfonds von 320,7 Milliarden Euro prognostiziert. Die Ausgaben der Krankenkassen sollen auf 378,1 Milliarden Euro steigen. Zudem werden 2,4 Milliarden Euro zur Wiederauffüllung der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds eingeplant.
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) betonte, dass die GKV-Ausgaben im kommenden Jahr wesentlich geringer anstiegen als noch im laufenden Jahr. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz könne daher im kommenden Jahr stabil bleiben. Dies sei vor allem auf das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (GKV-BStabG) zurückzuführen. Das Gesetz entlastet die Krankenkassen im kommenden Jahr um bis zu 15 Milliarden Euro auf der Ausgabenseite.
»Wir haben unser wichtigstes Ziel erreicht: Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz bleibt im kommenden Jahr stabil«, so der Bundesminister. Klar sei aber auch, dass die Finanzlage der Kassen angespannt bleibe. Die strukturellen Probleme müssten gelöst werden.