| Cornelia Dölger |
| 23.03.2026 08:34 Uhr |
»Die Proteste der Apothekenteams sind wichtig und notwendig«, so Ates Gürpinar (Die Linke). / © Imago / dts Nachrichtenagentur
Der heutige Montag steht im Zeichen der Apothekenproteste – in vier Städten versammeln sich die Teams zu Kundgebungen, bundesweite Schließungen sind geplant.
Die Opposition bekräftigt, dass es jetzt Druck auf die Bundesregierung braucht. »Die Proteste der Apothekenteams sind wichtig und notwendig: Seit Jahren wird die wirtschaftliche Lage der Apotheken ignoriert, während Kosten steigen und die Versorgungssicherheit leidet«, so Linken-Gesundheitssprecher Ates Gürpinar zur PZ. »Dass selbst das von der Ministerin angekündigte Packungsfixum von 9,50 Euro weiter auf sich warten lässt, ist ein Skandal.«
Gürpinar hob hervor, dass die Apotheken jetzt »eine spürbare und verlässliche Verbesserung ihrer Vergütung, eine angemessene Honorierung von Notdiensten und eine faire Bezahlung pharmazeutischer Leistungen wie Individualrezepturen« bräuchten. Nur so ließen sich Schließungen verhindern und die Versorgung sichern.
Die Bundesregierung biete keine Verlässlichkeit, »daher braucht es Druck – auch auf der Straße«, so Gürpinar. Die Linke habe im Bundestag in einem Antrag klar gemacht, dass es nicht bei Ankündigungen bleiben dürfe. Die Abgeordneten fordern darin eine Anhebung des Fixums auf 9,50 Euro sowie eine regelmäßige Anpassung des Honorars.
Aus Bund und Ländern meldet sich die Politik zu Wort und zeigt Unterstützung für die Proteste. Unions-Apothekenberichterstatter Stephan Pilsinger (CSU) versprach gegenüber der PZ, dass das im Koalitionsvertrag verankerte Fixum von 9,50 Euro alsbald per Verordnung geregelt werde.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte wiederholt angekündigt, dass die Honorarerhöhung kommen soll – aber ob sie ihren Kurs in den Fraktionen durchsetzen kann, ist offen. Noch im April soll das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) vom Bundestag beschlossen werden.