| Annette Rößler |
| 28.11.2025 11:04 Uhr |
Eine Anwendung durch den Patienten selbst oder eine Betreuungsperson könnte die Therapie mit Lecanemab deutlich vereinfachen. Weiterhin notwendig wären allerdings regelmäßige Kontrollen im MRT. / © Adobe Stock/pikselstock
Der gegen das β-Amyloid gerichtete Antikörper Lecanemab (Leqembi®) ist zugelassen zur Behandlung von Patienten in der Frühphase der Alzheimer-Erkrankung, die bestimmte genetische Merkmale aufweisen. Er wurde im September 2025 auf dem deutschen Markt eingeführt und war damit die erste zugelassene verlaufsmodifizierende Therapie bei Alzheimer-Demenz. Nur wenig später kam Konkurrent Donanemab (Kisluna®) in derselben Indikation auf den Markt. Beide Antikörper werden intravenös verabreicht: Lecanemab im Zwei-Wochen-Rhythmus und Donanemab alle vier Wochen.
Während Donanemab damit von der Anwendungsfreundlichkeit her zunächst vorne liegt, könnte es diesen Vorteil irgendwann verlieren. Denn Bioarctic, der Partner von Eisai in der Vermarktung von Lecanemab, gab nun bekannt, für eine subkutane Formulierung des Präparats in den USA und in Japan die Zulassung beantragt zu haben. Damit wäre sogar eine Selbstanwendung des Arzneimittels durch den Patienten möglich. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) bearbeitet derzeit keinen entsprechenden Antrag.
Wie Bioarctic mitteilte, soll Lecanemab subkutan mit 500 mg einmal wöchentlich dosiert werden. Bei der intravenösen Gabe werden dagegen 10 mg/kg Körpergewicht alle zwei Wochen empfohlen. Im Fall einer Zulassungserweiterung soll Lecanemab in Form von Autoinjektoren à 250 mg auf den Markt kommen, von denen pro Anwendung zwei subkutan gespritzt werden – ein Vorgang, der lediglich 15 Sekunden in Anspruch nimmt und vom Patienten oder einer Betreuungsperson nach entsprechender Schulung zu Hause durchgeführt werden kann.
Auch bei subkutaner Anwendung des Antikörpers wird allerdings eine engmaschige Überwachung des Patienten notwendig sein. Vorgeschrieben sind vor allem häufige Kontrollen im MRT, um die wichtigste Nebenwirkung Amyloid-bedingte Bildgebungsanomalien (ARIA) zu erkennen.