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39-Euro-Paket
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LAV Thüringen schließt Gedisa-Rahmenvertrag

Mit großer Mehrheit haben gestern die Mitglieder des Apothekerverbands Thüringen beschlossen, das 39-Euro-Paket der Gedisa über eine Sonderumlage zu finanzieren. Gedisa-Geschäftsführer Sören Friedrich erläuterte, warum es sich lohnt, am Gemeinschaftsgedanken festzuhalten.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 02.04.2025  16:00 Uhr

»Gesetz der Masse«

Im Plus-Paket enthalten ist zudem der TI-Messenger, der laut Friedrich als hochsicheres Kommunikationsmittel vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) überprüft wurde. Alle Nutzerinnen und Nutzer der Telematikinfrastruktur würden diesen Kommunikationskanal über einen zentralen Dienst nutzen – er ersetze bisherige Chatkommunikation über WhatsApp, Signal, Threema oder eine abgewandelte Software. Mehr als 10.000 Apotheken hätten sich bereits für diesen Dienst entschieden.

Des Weiteren lasse die Gedisa derzeit das Produkt »Sicherer Datenraum« entwickeln, dabei gebe es die Unterscheidungen in revisionssichere und hochsichere Speicherungen. Bei letzterem befinden sich digitale Daten in einer privaten Cloud für öffentliche Apotheken und sind verschlüsselt je Betriebsstätte. Darüber hinaus soll das Terminmanagement, eine weitere Leistung des Plus-Pakets, Hand in Hand mit den Themen pharmazeutische Dienstleistungen und Impfleistungen gehen.

Friedrich machte gegenüber der Mitgliederversammlung noch einmal deutlich, warum ein gemeinsames Vorgehen als Apothekerschaft sinnvoll ist: Er sprach vom »Gesetz der Masse« und günstigen Einkaufsbedingungen. Die Welt werde digitaler und die nächste Herausforderung sei der sich ändernde Wettbewerb. Auch die Drogeriemärkte seien dabei, in den OTC-Markt einzusteigen, Amazon lauere auf Marktanteile in Deutschland – zudem seien die Apothekenzahlen in einem deutlich spürbaren Umfang abnehmend. Die Gematik wolle gesamtheitliche Applikationen zur Verfügung stellen.

Als einzelner Apotheker gegen den Versandhandel ankämpfen zu wollen, sei wie ein »Kampf gegen Windmühlen«. Zudem werde die Gesetzgebung rund um die Telematikinfrastruktur immer komplexer, sodass Apotheken Hilfe bei der Umsetzung benötigten. »Allein ist meistens viele zu wenig«, sagte er. »17.000 Einheiten in einem Land sind wesentlich effizienter und stärker als jeglicher Handel, der aus dem Ausland kommt.«

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