Apothekenproteste in Dresden aus dem Jahr 2024. / © SAV
Die Mitgliederversammlung der ABDA hat sich Ende Februar für einen bundesweiten Protesttag am 23. März entschieden. Die Apothekenproteste werden in vier Städten stattfinden. Die Arzneimittelversorgung soll durch Notdienst-Apotheken sichergestellt werden. Viele Landesapothekerverbände wie der hessische Landesverband haben Apotheken dazu aufgerufen, geschlossen zu bleiben. Die Aufsicht in Baden-Württemberg hingegen teilte mit, dass Proteste kein »berechtigter Grund« für eine Schließung seien. Jetzt ruft auch der Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt zur Teilnahme am Protesttag auf.
Der Verband rechnet mit einer breiten Teilnahme seiner Mitgliedsapotheken. »Die Apothekenteams werden in großer Zahl bei einer zentralen Protestkundgebung in Berlin erwartet, die für die Apotheken Mitteldeutschlands organisiert wird«, so der Verband.
»Wir führen diesen Protest nun bundesweit fort, weil immer noch keine Anpassung unserer Honorare erfolgt ist. Die Kosten schießen ungebremst in die Höhe und immer mehr Apotheken müssen aufgeben, weil sich ihre Apotheke nicht mehr wirtschaftlich betreiben lässt«, sagt Mathias Arnold, Vorsitzender des LAV. Doch auch Patientinnen und Patienten würden jetzt schon leiden, denn die Wege zur nächsten Apotheke werden immer weiter. »Zusätzlich können längere Wartezeiten in der Apotheke entstehen, wenn immer weniger Apotheken immer mehr Patienten versorgen müssen«, so der Verband.
Mit dem Protest fordern die Apotheken die Bundesregierung und die Regierungsfraktionen dazu auf, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Fixumserhöhung umzusetzen. Dieses liegt aktuell bei 8,35 Euro und soll auf 9,50 Euro erhöht werden. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat mehrfach betont, dass die Erhöhung umgesetzt wird. »Hier muss die Politik zügig liefern«, sagt Arnold. Qualität und Versorgungssicherheit gebe es nicht zum Nulltarif. »Wir demonstrieren für ein Honorar, das die wirtschaftliche Realität widerspiegelt und den Fortbestand unserer Apotheken sichert.«