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Arzneihinweise
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Lauterbach will genderkonforme Beipackzettel

Der Hinweis auf Arzneimitteln »Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker« ist aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nicht mehr zeitgemäß. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zieht Anpassungen in Betracht. In den Apotheken zum Beispiel arbeiten derzeit 90 Prozent Frauen.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 27.12.2022  10:15 Uhr

Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) hat zustimmend auf den Vorstoß von Verbänden für genderkonforme Formulierungen auf Beipackzetteln von Arzneimitteln reagiert. »Ich wäre sehr dafür, wenn Ärztinnen ausdrücklich genannt würden. Es entspricht der Realität der Versorgung«, sagte der SPD-Politiker der »Bild«-Zeitung.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hatte zuvor dafür plädiert, den gesetzlich vorgeschriebenen Hinweis »Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker« in der Arzneimittelwerbung umzuformulieren. »Die gesetzlich vorgegebene Formulierung passt nicht mehr in die Zeit«, sagte Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag). Er betonte, dass rund die Hälfte der Ärzteschaft weiblich sei.

Keine »faire Sprachpraxis«

Und auch die Standesvertretung der Apothekerschaft hätte nichts gegen eine solche Umstellung. Unter den Beschäftigten öffentlicher Apotheken seien fast 90 Prozent Frauen, sagte ABDA-Päsidentin Gabriele Regina Overwiening. »Ein rein männlicher Sprachgebrauch kann da keineswegs als eine faire Sprachpraxis bewertet werden«, kritisierte sie.

Im Heilmittelgesetz ist die Formulierung »Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker« vorgeschrieben. »Der Pflichttext sollte durch eine neutrale und dennoch leicht verständliche Formulierung ersetzt werden«, forderte Reinhardt. Die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbunds, Christiane Groß, schlug vor, den Hinweis anstelle der männlichen Berufsbezeichnungen durch »... oder fragen Sie in Ihrer ärztlichen Praxis oder Apotheke nach« zu ergänzen.

 

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