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ZDF-Interview
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Lauterbach: E-Rezept funktioniert

Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) ist überzeugt, dass sich die Startschwierigkeiten beim E-Rezept schnell erledigen werden. »Wir haben das jetzt millionenfach eingesetzt und es funktioniert«, sagte er im Interview mit dem ZDF-»Morgenmagazin« (moma). Im Gespräch ging es aber hauptsächlich um seine Reformpläne für die ambulante ärztliche Versorgung.
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 09.01.2024  12:01 Uhr

Der Start des seit dem 1. Januar verpflichtenden E-Rezeptes lief alles andere als reibungslos. Laut einer Umfrage des Ärztenachrichtendienstes (änd) hatte jede dritte Praxis größere Probleme mit der digitalen Verordnung. Nach Angaben des Apothekerverbandes Nordrhein (AVNR) verursacht jedes fünfte E-Rezept in den ersten Tagen erhebliche Probleme.

Im moma-Interview äußerte sich Lauterbach dennoch optimistisch: »Es wird ein paar Wochen dauern, bis sich das zurecht geruckelt hat, aber die ganze Technik steht ja. Wir haben das jetzt millionenfach eingesetzt und es funktioniert.« Außerdem versprach der Gesundheitsminister, dass Rezeptverlängerungen bald telefonisch möglich sein werden. Praxen und Patienten sollen so entlastet werden.

Angesichts der Probleme beim E-Rezept-Start sagte der Vorstand der Patientenschutzstiftung, Eugen Brysch, zur PZ: »Trotz der Testphase von über einem Jahr knirscht es beim E-Rezept. Noch immer gibt es zu viele Hindernisse bei der Einlösung in der Apotheke.« Mal fehle die digitale Unterschrift des Arztes oder der Ärztin, mal gebe es Probleme im Rechenzentrum oder Schwierigkeiten in der Apotheke beim Datenempfang. »Es darf nicht sein, dass zwischen Arztbesuchen und Rezepteinlösung teilweise mehrere Stunden liegen«, so Brysch. Vor allem chronisch und akut kranke Menschen müssten sich darauf verlassen können, dass ihr Rezept sofort abrufbar sei. Der Bundesgesundheitsminister sei gefordert, die technischen Lücken unverzüglich zu schließen.

Lauterbach trifft sich am heutigen Dienstag mit Vertreterinnen und Vertretern der niedergelassenen Ärzteschaft. Im Vorfeld versprach der Minister ein baldiges Ende der Budgetierung und ein »deutliches Zurückfahren« von Arzneimittelregressen.

 

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