| Theo Dingermann |
| 02.01.2026 09:00 Uhr |
Die Forschenden weisen zudem darauf hin, dass Sport auch die Bildung von bewegungsinduzierten Botenstoffen, sogenannter Exerkine, fördert. Dazu zählen etwa der BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor), ein zur Gruppe der Neurotrophine gehörendes Protein, Irisin, ein Signalmolekül aus der Gruppe der Myokine, 3-Aminoisobuttersäure (BAIBA), die einen erhöhten zellulären Grundumsatz fördert, oder Clusterin, ein extrazelluläres molekulares Chaperon, das an fehlgefaltete Proteine in Körperflüssigkeiten bindet und für deren Entgiftung sorgt.
Ergänzend zeigt sich, dass körperliche Aktivität altersassoziierte Veränderungen des Darmmikrobioms korrigieren kann. Diese mikrobiellen Anpassungen tragen kausal zu kognitiven und kardiovaskulären Schutzwirkungen bei.
Abschließend betonen die Forschenden, dass Bewegung zwar ein universell wirksamer, aber kein eindimensionaler Reiz ist. Trainingsform, Intensität, Dauer, Lebensalter und Vorerkrankungen bestimmen maßgeblich, welche molekularen Programme aktiviert werden.
Die Zukunft der Bewegungsforschung im Kontext des Alterns sehen die Autoren daher in präzisen, personalisierten Trainingsinterventionen, gestützt durch Omics-Technologien, Systembiologie und KI-gestützten Analysen. Bewegung wird damit nicht nur als Präventionsmaßnahme, sondern als integraler Bestandteil einer evidenzbasierten Geromedizin positioniert.