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Sterberisiko reduzieren
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Länger leben nach Krebs – darauf kommt es an

Auch viele Jahre nach einer Krebsdiagnose lohnt es sich, auf einen gesunden Lebensstil zu achten. Das zeigt eine neue Studie aus Deutschland, die die Mortalität von Langzeitüberlebenden untersucht hat.
AutorKontaktPZ
Datum 09.02.2026  16:20 Uhr

Eine Krebsdiagnose macht viel mit den Betroffenen. Im besten Fall überstehen sie die maligne Erkrankung gut und achten danach besonders auf ihren Körper. Das sich das wirklich lohnt, zeigt eine neue Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg.

In die bevölkerungsbasierte, prospektive Kohortenstudie flossen die Daten von 6057 ehemaligen Krebspatienten aus ganz Deutschland ein, die mindestens fünf Jahr nach ihrer Diagnose noch lebten. Sie hatten alle entweder Brustkrebs, Darmkrebs oder Prostatakrebs überstanden. Das Follow-up betrug maximal 12,3 Jahre. In dieser Nachbeobachtungsphase starben 2015 der eingeschlossenen Langzeitüberlebenden.

Die Forschenden vom DKFZ setzen nun die Mortalität mit dem Lebensstil der Teilnehmenden in Relation. »Teilnehmende mit einem insgesamt gesunden Lebensstil hatten ein um rund 30 Prozent geringeres Sterberisiko als diejenigen mit ungünstigen Lebensgewohnheiten«, lautet das zentrale Ergebnis.

Besonders wichtig waren dabei vier Faktoren:

  • Nichtrauchen
  • regelmäßige körperliche Aktivität
  • gesundes Körpergewicht
  • ein mäßiger oder kein Alkoholkonsum

Ein Rauchverzicht wirkte sich am stärksten aus. Menschen, die nie geraucht hatten, hatten ein um fast 50 Prozent niedrigeres Sterberisiko als solche, die nach der Krebsdiagnose noch rauchten. Die Studie wurde jetzt im »European Journal of Epidemiology« veröffentlicht.

Die Bedeutung eines gesunden Lebensstils sei unabhängig von Alter, Geschlecht, Krebsart oder dem Vorliegen anderer chronischer Erkrankungen wie Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen, schreiben die Forschenden weiter. »Ein gesunder Lebensstil hilft nicht nur, Krebs zu vermeiden, sondern kann auch nach einer Krebsdiagnose einen großen Unterschied machen«, fasst Studienleiter Volker Arndt zusammen.

Laut DKFZ leben in Deutschland aktuell mehr als fünf Millionen Menschen, die eine Krebserkrankung überstanden haben und das mehrheitlich mehr als fünf Jahre. »Gleichzeitig zeigen die Daten, dass über die Hälfte der Langzeitüberlebenden die Empfehlungen für einen gesunden Lebensstil nur teilweise oder gar nicht erfüllt«, so das DKFZ. Eine gezielte Beratung und Unterstützung eines gesunden Lebenstils sollte daher zur Krebsnachsorge gehören, insbesondere Programme zur Raucherentwöhnung und Bewegungsförderung. Damit ließen sich Lebenserwartung und Lebensqualität von Krebsüberlebenden langfristig verbessern.

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