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Finanzergebnisse für 2025 
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Krankenkassen trotz Überschüssen alarmiert

Die Krankenkassen konnten das Jahr 2025 mit Überschüssen beenden. Doch aufgrund der ungebremsten Ausgabendynamik zeigen sich die Kassen dennoch alarmiert und mahnen Reformen an. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 23.02.2026  14:00 Uhr

Die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wachsen seit Jahren stärker als die Einnahmen. Zum Jahreswechsel 2024/25 haben daher fast alle Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge deutlich erhöht. Das brachte vorläufig die Wende. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 erzielte die GKV einen Überschuss in Höhe von 3,6 Milliarden Euro.

Inzwischen haben die Kassenverbände auch Zahlen für das gesamte Jahr 2025 veröffentlicht. Nach Angaben des AOK Bundesverbands erzielten die Ortskassen einen Überschuss von 544 Millionen Euro. Die Ersatzkassen beendeten das Jahr 2025 mit einem Plus von knapp 1,5 Milliarden Euro. Die Innungskrankenkassen brachten es auf 380 Millionen Euro. Die Betriebskrankenkassen (BKK) erzielten ein Überschuss von 755 Millionen Euro.

Schon im vergangenen Jahr wurde gewarnt, dass die erzielten Überschüsse aufgrund der ungebremsten Ausgabendynamik nur von kurzer Dauer sein werden.  Diese Befürchtung scheint sich zu bestätigen. So berichtet der Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK), dass die Betriebskrankenkassen zwar in den ersten drei Quartalen kontinuierlich Überschüsse erzielten, die Einnahmen im vierten Quartal aber stagnierten. Das Mindestsoll der Rücklage von 20 Prozent einer Monatsausgabe konnte damit im Durchschnitt des Jahres 2025 von den BKK nicht erreicht werden. 

Reformen sollen Ausgaben eindämmen 

Die Krankenkassen machen einen starken Ausgabenanstieg in den Bereichen Krankenhaus, Arzneimittel und Heilmittel für diese Entwicklung verantwortlich. »Diese Zahlen senden ein deutliches Signal an die Bundesregierung: Die Ausgabendynamik muss sofort gestoppt werden. Jede Verzögerung schlägt sich in weiter steigenden Beitragssätzen nieder mit allen Konsequenzen für die Zufriedenheit der Versicherten und die Lohnnebenkosten«, sagt Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes, in einer Pressemitteilung. 

Die Bundesregierung ist sich der Misere bewusst. Schon zum Jahreswechsel 2025/26 setzte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ein kleines Sparpaket um, dessen Kern die Streichung der Meistbegünstigungsklausel für Krankenhäuser war. Außerdem hat die Ministerin eine Expertenkommission eingesetzt, die tiefgreifende Sparmaßnahmen erarbeiten soll. Erste Ergebnisse werden im März erwartet. 

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