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Spitzentreffen mit Lauterbach
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Kommunen fordern »frisches Geld« für Deutschlands Krankenhäuser

Mehr als 100 Krankenhäuser stehen in Deutschland vor dem Aus, wenn Reformpläne der Regierung nicht umgesetzt werden. Das sagte Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) bei einem Spitzentreffen mit Vertreterinnen und Vertretern von Kommunen und Landkreisen. Die sehen sogar diese Reformen als unzureichend an.
AutorKontaktdpa
Datum 15.01.2024  17:10 Uhr

Dutzende Kliniken in Not

Im Grundsatz unterstützten der Städte- und Gemeindebund sowie der Landkreistag Lauterbachs Reformpläne. Brandl sagte allerdings: »Wir sehen die Befreiungswirkung nicht in dem Umfang, wie das Ministerium das einschätzt.« Sager sagte, die bisherigen Pläne brächten die drohende Insolvenzwelle im Kliniksektor nicht zum Abstoppen. »Wir haben noch Ausgang des Sommers etwa zwei Dutzend in Not geratene Kliniken in Deutschland gehabt. Mittlerweile ist die Zahl auf drei Dutzend schon angestiegen«, so der Landkreistag-Präsiden. Das zeige, dass nach Corona und Energiepreis-Anstieg der Bund frisches Geld in das System bringen müsse.

Kassen wollen kein Geld mit der Gießkanne

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte, das Transparenzgesetz sei wichtig für Patientinnen und Patienten. »Doch wenn gerade im ländlichen Bereich die Krankenhäuser vorher sterben, ist hier die Unterversorgung vorprogrammiert.« Bund und Länder müssten nun festlegen, für welche Kliniken es eine Bestandsgarantie geben solle. Die Krankenkassen wehrten sich gegen den Ruf nach frischem Geld. »Frisches Geld mit der Gießkanne löst keine Probleme, sondern verhindert die notwendigen Veränderungen«, sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz. »Trotz des zunehmenden Mangels an Pflegekräften und Ärzten müssen wir die flächendeckende Versorgung auf dem Land und in der Stadt sichern.«

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