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Vor Bundesratsabstimmung
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Klare Signale pro Apothekenstärkung

Mit 39 Empfehlungen zur Verbesserung des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) hat der Gesundheitsausschuss des Bundesrats Mitte Januar klar Stellung bezogen und seine Empfehlungen an die Länderkammer übergeben. Morgen stimmt das Plenum darüber ab. 
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 29.01.2026  16:20 Uhr

Am Ende wird dann eine offizielle Stellungnahme des Bundesrats stehen, die an die Bundesregierung übergeben wird. Diese werde bis Februar in einer Gegenäußerung darauf reagieren, wie Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU)  vor Kurzem ankündigte. Das Votum der Länder fiel zumindest im Gesundheitsausschuss klar pro Apothekenstärkung aus; die Länder signalisierten, dass sie eine sofortige Fixumserhöhung wünschten. 

Ein auf 9,50 Euro erhöhtes Packungshonorar würde bei den Kassen demnach mit Mehrausgaben in Höhe von rund 0,26 Prozent zu Buche schlagen, heißt es in der Beschlussemfehlung. Im Gegenzug werde aber die Versorgung stabilisiert, insbesondere im Hinblick auf die geplante Rolle der Apotheken in der Primärversorgung. Der Länderausschuss hatte Mitte Januar 39 Vorschläge zur Nachbesserung beim ApoVWG gemacht

Hessen hatte die zentralen Forderungen der Apotheken – Fixum rauf und PTA-Vertretung raus – in zwei Anträgen formuliert, die mit großer Mehrheit angenommen wurden. Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) wird morgen vor dem Plenum sprechen und bekräftigte vorab, dass eine Apothekenstärkung nur mit einer »auskömmlichen Vergütung« gelinge. Diese sei in den vergangenen Jahren »nicht angemessen an die gestiegenen Kosten angepasst« worden. Hessen setze sich für ein »gestärktes Fixhonorar« ein.

Bayern bleibt beim Grundsatz: Keine Apotheke ohne Apotheker

Klare Absage auch an die PTA-Vertretungsbefugnis: »Die hohe Qualität der Arzneimittelversorgung lebt von der Verantwortung approbierter Apothekerinnen und Apotheker – ohne approbiertes Personal kann der heilberufliche Anspruch in den Apotheken nicht gewährleistet werden«, so Stolz.

Ihre Amtskollegin aus Bayern pflichtet ihr bei. Judith Gerlach (CSU) ließ die PZ wissen, dass Bayern bei seiner Ablehnung der PTA-Vertretungsidee bleibe. »An dem Grundsatz ›keine Apotheke ohne Apotheker‹ halten wir fest«, so Gerlach. Eine auskömmliche Vergütung sei dringend erforderlich.

Sprechen werden morgen laut Tagesordnung auch der niedersächsische Gesundheitsminister und derzeitige Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz (GMK), Andreas Philippi, sowie Katharina Schenk (SPD), Gesundheitsministerin in Thüringen, und BMG-Staatssekretär Georg Kippels.

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