| Lukas Brockfeld |
| 20.02.2026 14:30 Uhr |
»Dazu kommt, dass die Kommunalabwasserrichtlinie in ihrer aktuellen Fassung der Schaffung von höherer Krisenresilienz und der Stärkung des Pharmastandortes Europa diametral entgegensteht. Von der Kommission als systemrelevantes Element der europäischen Wirtschaft erkannt und unterstützt zu werden und gleichzeitig willkürlich belastet zu werden, erzeugt ein Signal, das die Pharmaunternehmen europaweit irritiert«, so Wieczorek.
Pharma Deutschland ist es wichtig zu betonen, dass man die Notwendigkeit einer effektiven Reinigung kommunaler Abwässer von Mikroschadstoffen nicht infrage stelle. Die Branche sei dazu bereit, ihren fairen Anteil an einer gemeinsamen Lösung zu tragen.
Der Verband verweist darauf, dass die Bundesregierung eigentlich daran arbeitet, Deutschland und Europa als Produktionsstandort für Arzneimittel zu stärken. Die mit KARL einhergehenden zusätzlichen Kosten hätten aber den gegenteiligen Effekt.
Die steigenden Kosten für die Abwasserreinigung seien insbesondere in der niedrigpreisigen Basisversorgung, die rund 80 Prozent der verschreibungspflichtigen Arzneimittel in Deutschland ausmache, ein Problem. Da die Preise im Arzneimittelbereich streng reglementiert sind, könnten Kostensteigerungen nicht an die Verbraucher weitergegeben werden. »Wenn Arzneimittelhersteller ihre Preiskalkulation jetzt an steigenden EPR-Umlagen ausrichten müssen, kann das mittel- bis langfristig die Versorgungsbreite mit bezahlbaren Medikamenten in Deutschland und Europa beeinflussen«, warnt Pharma Deutschland.