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Online-Austausch
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Kippels im Dialog mit Pforzheimer Apothekern

Wie geht es weiter mit den Apotheken in Deutschland? Wie lässt sich das Apothekensterben insbesondere im ländlichen Raum stoppen? Darüber tauschten sich Apothekerinnen und Apotheker aus der Region Pforzheim am 15. Januar mit den CDU-Bundestagsabgeordneten Georg Kippels und Gunther Krichbaum aus.
AutorPZ
Datum 21.01.2025  16:00 Uhr

Wie der Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) heute informierte, diskutierten Apothekerinnen, Apotheker und PTA am vergangenen Mittwoch bei einem Online-Treffen mit den CDU-Politikern Georg Kippels und Gunther Krichbaum. Der Austausch kam demnach auf Initiative der Pforzheimer Apothekerin Stephanie Isensee und des Apothekers Christian Kraus, LAV-Beiratsmitglied für die Gruppe Pforzheim, zustande. Die Veranstaltung war Teil der LAV-Aktion »Wir müssen reden«. LAV-Präsidentin Tatjana Zambo nahm ebenfalls an dem Online-Treffen teil.

»Fruchtbarer Austausch«

Wie Apothekerin Stephanie Isensee nach dem Treffen berichtete, sei es beim Online-Gespräch mit Kippels und Krichbaum »zu einem fruchtbaren Austausch zu einer Vielzahl von Themen gekommen«. »Der Dialog zwischen den Apotheken und der Politik ist außerordentlich wichtig, damit die Erfahrungen vor Ort aus dem Alltag in die politischen Prozesse in Berlin eingebracht werden können«, sagte Isensee. Sie forderte einen »Politikwechsel«. Die Pläne des Gesundheitsministeriums zu »Apotheken ohne Apotheker« müssten verhindert werden. Durch solche Maßnahmen würde sich die Versorgungsqualität dramatisch verschlechtern, warnte die Pforzheimer Apothekerin.

Die Apotheken spielten die Hauptrolle bei der wohnortnahen Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln. »Aber weil es seit etwa 20 Jahren zu keinen nennenswerten Erhöhungen der Honorare gekommen ist, stehen viele Apotheken entgegen der landläufigen Meinung wirtschaftlich vor dem Aus«, beklagte Isensee. Die Kostensteigerungen der letzten Jahre mit hohen Energiepreisen und gestiegenen Gehältern der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hätten dazu geführt, dass im letzten Jahr bundesweit 500 Apotheken schließen mussten. Alle 17 Stunden verschwinde eine Apotheke in Deutschland von der Bildfläche. Das Nachsehen hätten dann die Patienten, denn nur Vor-Ort-Apotheken könnten Notdienste in der Nacht und am Wochenende anbieten und innerhalb weniger Stunden dringend notwendige Medikamente bereitstellen. Dieser Service sei, insbesondere angesichts der vielen Lieferengpässe, durch reine Online-Apotheken nicht ersetzbar. Zudem seien nur wirtschaftlich starke Apotheken in der Lage, zusätzliche Aufgaben in der Gesundheitsversorgung zu übernehmen. Dazu gehörten beispielsweise pharmazeutische Dienstleistungen oder Schutzimpfungen, mit denen die Arztpraxen entlastet werden können, so Isensee.

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