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Mehr Impfungen in Apotheken
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Kippels: »Gucken Sie im Herbst in das Bundesgesetzblatt«

Im Bundesgesundheitsministerium (BMG) wird aktuell an einer neuen Apothekenreform gearbeitet. Staatssekretär Georg Kippels (CDU) deutete in Berlin an, dass die Apotheken bald weitere Impfungen anbieten dürfen. Er bezeichnete die französischen Apotheken, die alle Totimpfstoffe verabreichen dürfen, als »leuchtendes Beispiel«.
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 10.07.2025  16:02 Uhr

Am Donnerstag lud der Arzneimittelhersteller MSD in Berlin zu einer Podiumsdiskussion ein. Übergreifendes Thema war die Problematik der niedrigen Impfquoten in Deutschland und die Frage, wie sich die Impfbereitschaft erhöhen ließe. Neben dem Apotheker Benedikt Bühler, der Influencerin Vreni Frost und Julian Hollender (Geschäftsführer der AOK Mein Leben) war auch der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium (BMG), Georg Kippels, zu Gast.

Im Laufe der Diskussion gab Kippels mehrfach Einblicke in die Apothekenreform, an der sein Ministerium zur Zeit arbeitet. Schon in seinem Eröffnungsstatement lobte der Christdemokrat das niedrigschwellige Impfangebot in Apotheken. Viele Menschen seien einfach aus Bequemlichkeit oder Nachlässigkeit nicht ausreichend geimpft. »Samstag morgens Brötchen holen, Aufschnitt holen und Impfen lassen. Manchmal braucht man einfach die Gelegenheit zu dem, was man eigentlich ganz gerne tun würde, aber immer verschoben hat«, sagte der Gesundheitspolitiker. 

Vorbild Frankreich 

Kippels lobte es als »leuchtendes Beispiel«, dass die Apotheken in Frankreich mit wenigen Ausnahmen alle Totimpfstoffe verabreichen dürfen. In der Bundesrepublik habe es lange Zeit Bedenken gegeben, doch auch hierzulande könnte die Apothekerschaft bald ähnliche Befugnisse erhalten. »Die Vorbehalte werden weniger. Ich will nicht vorwegnehmen, was wir in einer Apothekenreformregelung im Herbst alles erreichen können, aber ich glaube, dass im Moment die Vernunft im Rahmen der Notwendigkeit der Versorgung immer mehr Platz greift. Frankreich hat es uns vorgemacht«, sagte der Staatssekretär. 

Am Ende der Diskussionsveranstaltung wollte eine Zuhörerin wissen, warum sie ihre Tetanusimpfung nicht in der Apotheke auffrischen lassen könne. Ihre Hausärztin sei in  den Ruhestand gegangen und sie fände selbst in Berlin keinen neuen Arzt. Kippels sprach der Frau Mut zu. »Gucken Sie mal im Herbst in das Bundesgesetzblatt. Vielleicht werden Sie dann direkt gegen Tetanus geimpft werden können«, so der Christdemokrat. 

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