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Medienpsychologie
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Kinder mögen Wissenschaftler

Kinder vertrauen Forschenden stark – selbst wenn diese in Superhelden-Serien als Bösewichte auftreten. Eine Studie widerspricht älteren Annahmen, dass in Kinderköpfen das Bild des verrückten Professors verankert ist.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 12.12.2025  07:00 Uhr

Kinder sehen Wissenschaftler überwiegend positiv. Und Superhelden-Serien mit bösartigen Forscherfiguren beeinflussen dieses Vertrauen laut einer Studie kaum. Nur wenn die Serie, die Figuren ausdrücklich als Forschende bezeichnet oder deren Tätigkeit ausdrücklich als Wissenschaft beschrieben wird, sinkt das Vertrauen der Kleinen leicht.

Das Autorenteam der Ohio State University weist darauf hin, dass sich dieser Effekt jedoch auch einfach vermeiden lässt, indem man die Verbindung zwischen Wissenschaft und Bösartigkeit entfernt. Die Ergebnisse sind im »Journal of Media Psychology« publiziert.

Die Studie mit 256 Kindern im Alter von acht bis zwölf Jahren verdeutlichte, dass die Kleinen Wissenschaftler generell als klug einschätzen und ihnen hohes Fachwissen, Integrität und Wohlwollen attestieren. In Videoclips aus »Marvel’s Spiderman« sahen die Kinder entweder eine bösartige oder eine heldenhafte Wissenschaftlerin. Das Autorenteam entschied sich bewusst für weibliche Figuren, da Kinder Wissenschaftler meist als Männer malen.

Die Ergebnisse widersprechen nicht nur den älteren Studien, die auf Kinderzeichnungen basierten, auf denen das Bild des verrückten Professors dominierte, sondern nehmen wohl auch besorgten Eltern die Angst. Häufiger Konsum von Superhelden-Serien mindert demnach das Vertrauen des Nachwuchses in die Wissenschaft kaum.

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