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Matthias Mieves (SPD)
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KI-Potenzial für bessere Versorgung ist »riesig«

Der SPD-Gesundheitspolitiker Matthias Mieves glaubt an die Chancen von künstlicher Intelligenz (KI) für die Versorgung, doch es brauche klare Regeln. Auch das BMG will mit seiner Digitalisierungsstrategie die KI-Nutzung im Gesundheitswesen vorantreiben.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 12.02.2026  15:02 Uhr
KI-Potenzial für bessere Versorgung ist »riesig«

Welche Rolle kann künstliche Intelligenz (KI) zukünftig in einem Primärversorgungsmodell spielen? Dazu erklärte der SPD-Gesundheitspolitiker Matthias Mieves kürzlich in einem LinkedIn-Post, dass KI schon heute im Alltag in Hinblick auf Bürokratie entlaste und ihr Potenzial für Prävention und bessere Versorgung »riesig« sei.

Jedoch seien verlässliche Daten, transparente Quellen und klare Regeln Voraussetzung für Vertrauen. Fehle dieses, »wird und sollte KI keinen verantwortungsvollen Platz in der direkten Versorgung von Menschen finden«.

Ein weiteres Fazit seines Panels auf dem Kongress des Bundesverbands Managed Care (BMC) sei gewesen, dass Regulierung kein Gegenspieler von Innovation sei, sondern eine wichtige Grundlage – gerade im Gesundheitswesen. »Vertrauen schaffen ist hier der Schlüssel«, so Mieves. »Und genau hier liegt auch eine europäische Chance: KI darf weder ausschließlich dem Kapital noch autokratischen Regimen dienen. In Europa muss sie dem Wohle der Menschen verpflichtet sein.«

KI im Zusammenspiel mit den Menschen

Forscher der University of Oxford hätten in einer aktuellen Studie die Zuverlässigkeit von KI bei medizinischen Einschätzungen untersucht. Dies sei »spannend und ernüchternd zugleich«, erklärte der Politiker: »Zwar schneiden Sprachmodelle in medizinischen Wissenstests hervorragend ab, doch sobald KI im Zusammenspiel mit echten Menschen zum Einsatz kommt, bricht der Nutzen deutlich ein. Mit KI-Unterstützung erkannten Teilnehmende relevante Erkrankungen sogar seltener als ohne und auch die richtigen Handlungsschritte wurden nicht besser gewählt.«

Wie spezialisierte Large Language Models wie etwa ChatGPT Health abschneiden, sei nicht untersucht worden. »Es zeigt allerdings: Für eine sichere und verantwortungsvolle Triage kommt es nicht nur auf Benchmarks an, sondern auch darauf, wie KI im Zusammenspiel mit den Menschen funktioniert.« Laut Mieves bleiben die Kernfragen: Wem nützt der Einsatz von KI eigentlich wirklich? Und wie stellen wir sicher, dass wir den Menschen stets in den Mittelpunkt stellen?

Erst vergangene Woche machte der Gesundheitsexperte deutlich, dass der von der SPD geplante KI-Gutschein auch für Apotheken gültig sein soll. Dabei geht es um die Einführung eines staatlich finanzierten KI-Gutscheins für mittelständische Unternehmen. Mieves sieht diverse Vorteile für die Nutzung von KI im Apothekenalltag. Patientinnen und Patienten könnten beispielsweise mithilfe eines KI-gestützten Text- oder Sprachbots abends ihre Medikamente vorbestellen. KI könnte außerdem bei der automatisierten Erstellung von QM-Dokumenten helfen und damit den bürokratischen Aufwand reduzieren.

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