| Jennifer Evans |
| 23.02.2026 07:00 Uhr |
Verkehrte Welt? Auf der Plattform »RentAHuman.ai« vergeben KI-Agenten Arbeitsaufträge an Menschen. / © PZ/generiert mit KI
Tauben im Park zählen, ein neues italienisches Restaurant ausprobieren – alles auf Anweisung des Chefs. Der ist allerdings kein gewöhnlicher, sondern ein KI-Boss der Plattform »RentAHuman.ai«, auf der Menschen ihre Zeit und Talente an KI-Agenten vermieten.
Das Konzept ist simpel: Wer sich registriert, kann sich auf Stellen bewerben, die KI-Agenten ausschreiben oder warten einfach, bis der digitale Headhunter anklopft. Im Kern geht es darum, Aufgaben zu übernehmen, die Maschinen (noch) nicht können – zum Beispiel an Meetings teilzunehmen, Experimente durchzuführen oder Instrumente zu spielen.
Laut einem Beitrag im »Nature«-Magazin haben auch einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler damit begonnen, ihre Fähigkeiten dort anzubieten. Das reicht von Mathematik, Physik und Informatik bis hin zu Immunologie und Biologie.
Hinter dem Projekt stehen die Softwareingenieure Alexander Liteplo und Patricia Tani. Der Slogan der Website, die es erst seit diesem Februar gibt, provoziert: «Roboter brauchen deinen Körper.« Dem Bericht zufolge haben bereits mehr als 450.000 sogenannte »Meatspace-Arbeiter« Profile auf der Website angelegt.
Für Professor Dr. Chris Benner von der University of California Santa Cruz, wo er zum technologischen Wandel und wirtschaftlicher Umstrukturierung forscht, ist die Plattform vor allem ein Spiegel gesellschaftlicher KI-Faszination – und der Angst vor der Autonomie von Maschinen. Doch noch handelten die KI-Agenten auf menschliche Programmierung und für die Leistung zahle auch immer noch der Besitzer des digitalen Headhunters, gibt er zu bedenken.