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Aciclovir und Co.
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Kaum Schadensbegrenzung bei Lippenherpes

Einen nur moderaten Effekt im Heilungsverlauf bei Lippenbläschen bescheinigte Pharmazieprofessor Dr. Dieter Steinhilber von der Universität Frankfurt Antivirustatika-haltigen Topika. Noch bescheidener sei die Wirkung auf die Krustenbildung.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 17.03.2026  14:30 Uhr
Auf den Propylenglykol-Gehalt der Creme achten

Auf den Propylenglykol-Gehalt der Creme achten

Gemäß einer älteren Vergleichsstudie von elf verschiedenen Aciclovir-haltigen Topika ist die Permeation des Arzneistoffs in die Haut vom Propylenglykol-Gehalt der Zubereitung abhängig. Steinhilber empfahl deshalb dem abgebenden pharmazeutischen Personal, auf eine möglichst hohe Konzentration diesbezüglich zu achten. Zink oder Lysin brächten keine Vorteile im Heilungsverlauf, sagte er in der anschließenden Diskussion.

Auch die Kombicremes mit 5-prozentigem Aciclovir und 1-prozentigem Hydrocortison können die Krankheitsdauer nicht verkürzen, so Steinhilber. Sie sind 2017 in den OTC-Markt geswitched, zur Behandlung von wiederkehrendem Lippenherpes bei Erwachsenen und Jugendlichen ab zwölf Jahren. Etwas günstiger schnitten sie verglichen mit der Monotherapie bei der Reduktion der Krustenbildung ab. »Vermutlich ist das der zusätzlichen Inaktivierung des Transkriptionsfaktors NFκB und damit der Herunterregulation proinflammatorischer Gene durch Hydrocortison zuzuschreiben«, so Steinhilber.

Für die Anwendung im Mund könnten nach einem Beschluss des Sachverständigenausschusses für Verschreibungspflicht bald Aciclovir-haltige Buccaltabletten hinzukommen. Bisher gibt es allerdings noch kein entsprechendes Präparat auf dem deutschen Markt.

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