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Sparpläne vorgelegt
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Kassen sehen »Potenzial«

Auch die Krankenkassen haben sich zu den heute vorgestellten Sparempfehlungen der Finanzkommission Gesundheit geäußert. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK), und Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, sehen Chancen.
AutorKontaktPZ
Datum 30.03.2026  16:24 Uhr

Der Kassenverband setzt einige Hoffnung in das heute vorgestellte Paket. »Dieses Reformpaket hat das Potenzial, dafür zu sorgen, dass die Krankenkassenbeiträge im kommenden Jahr insgesamt stabil bleiben oder sogar gesenkt werden können«, so GKV-SV-Chef Oliver Blatt. Es brauche nun klare Entscheidungen für »mutige Reformen«.

Richtig sei, dass alle großen Versorgungsbereiche in den Blick genommen worden seinen, so Blatt. »Dem folgt auch der Ansatz, die Ausgabenentwicklung an die Entwicklung der Einnahmen zu koppeln. Dies ist, so meine feste Überzeugung, genau der richtige Weg.« Kassen dürften nicht länger mehr ausgeben als einnehmen.

Mehr als eine Milliarde Euro pro Tag für die Versorgung – das müsse reichen, so Blatt weiter. Wichtig seien zudem nachhaltige Strukturreformen. »Bei aller Anerkennung für die vorgelegten Vorschläge für kurzfristige Maßnahmen sind darüberhinausgehende strukturelle Reformen, die dann ab 2028 wirken können, unverzichtbar.«

Auch TK-Jens Baas sieht die Regierung am Zug. »Sie darf keine Zeit verlieren, wenn die Krankenkassenbeiträge zum Jahreswechsel stabil bleiben sollen«, so Baas in einer Mitteilung.

Die Prognosen gingen aktuell von einem zweistelligen Milliardendefizit in der gesetzlichen Krankenversicherung aus. Die Regierung habe jetzt die Chance, ein Gesetz mit Gegenmaßnahmen auf den Weg zu bringen. Die Kommission habe viele sinnvolle Vorschläge für die verschiedenen Bereiche gemacht, um die starken Kostensteigerungen zu bremsen, zum Beispiel die teure Doppelvergütung für Terminvermittlungen von Ärztinnen und Ärzten abzuschaffen und die Erhöhung des Herstellerrabatts auf Arzneimittel.

TK: Heftiger Gegenwind ist programmiert

»Auf solche Lösungsvorschläge zur Begrenzung der Ausgaben muss sich die Politik fokussieren. Jeder Bereich muss nun seinen Beitrag leisten. Denn klar ist: Die Beitragszahlenden wurden in den vergangenen Jahren über die Schmerzgrenze hinaus belastet, die Beiträge liegen bereits auf Rekordniveau«, so Baas. 

Die Regierung habe nun alles auf dem Tisch, um zu verhindern, dass es so weitergehe. »Das von der Kommission geforderte Prinzip, dass die Ausgaben nicht stärker steigen dürfen als die Einnahmen, ist dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor. Heftiger Gegenwind ist programmiert, jetzt ist politische Durchsetzungsstärke gefragt.«

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