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Honorarverhandlungen
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Kassen klagen über Praxis-Gewinne

Der GKV-Spitzenverband tritt vor den anstehenden Honorarverhandlungen mit der Ärzteschaft auf die Bremse. Mit Verweis auf Daten des Statistischen Bundesamtes zur wirtschaftlichen Situation der Praxen finden die Kassen eine »maßvolle Herangehensweise an die Honorarentwicklung für angemessen«.
AutorKontaktPZ
Datum 04.09.2023  14:30 Uhr

Die Kassen befinden sich aktuell in Verhandlungen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) über die Weiterentwicklung der ärztlichen Honorare – und wollen offenbar die Erwartungen dämpfen. Der Kassenverband bezieht sich dabei auf die Destatis-Zahlen von 2021. Demnach haben Praxisinhaberinnen und -inhaber 2021 im Durchschnitt jeweils einen Reinertrag von 237.000 Euro erwirtschaften können, oder monatlich 19.700 Euro.

Das entspricht laut GKV-Spitzenverband einem Anstieg von 5 Prozent gegenüber den zuletzt vom Statistischen Bundesamt berichteten Daten des Jahres 2019.

Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband, sagt: »Die Reinerträge der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sind eine gute wirtschaftliche Grundlage für die sichere ambulante Versorgung der gesetzlich Versicherten. In den aktuell laufenden Verhandlungen streben wir entsprechend eine angemessene, moderate Weiterentwicklung der Honorare an. Dabei nehmen wir sowohl die aktuelle wirtschaftliche Situation der Ärzteschaft als auch die der Beitragszahlenden in den Blick, aus deren Taschen die Honorare finanziert werden.«

Mit Reinertrag ist die Differenz zwischen Einnahmen und sämtlichen Aufwendungen inklusive der Angestelltengehälter gemeint. Aus Sicht der Kassen ist der Reinertrag damit »annähernd vergleichbar mit dem Bruttolohn von angestellten Beschäftigten zuzüglich Arbeitgeberbeiträgen zur Sozialversicherung«.

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