Stefanie Stoff-Ahnis warnt vor steigenden Kosten durch die Apothekenreform. / © GKV-Spitzenverband
Am heutigen Freitag findet die ersten Lesung des »Gesetzes zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung« (ApoVWG) im Deutschen Bundestag statt. In den vergangenen Monaten haben Vertreterinnen und Vertreter der Krankenkassen immer wieder gewarnt, dass die Reform zu steigenden Kosten für die ohnehin strauchelnde Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) führen könnte. Jetzt erneuern die Kassen ihre Warnung.
Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, erklärt in einer Pressemitteilung: »Es ist gut und richtig, dass die Politik die Apothekenstrukturen reformieren möchte. Wir begrüßen, dass Apotheken mehr Freiraum bei der Organisation des Betriebs erhalten sollen. Flexiblere Vorgaben zur Gründung von Filial- und Zweigapotheken und zum Betreiben einer Apotheke, wie Vertretungsmöglichkeiten durch erfahrene pharmazeutisch-technische Assistentinnen und Assistenten (PTA), haben aus unserer Sicht das Potential, die Versorgung der Patientinnen und Patienten im ganzen Land zu verbessern.« Hier sei sogar noch »deutlich Luft nach oben«. Laut Stoff-Ahnis böte eine entsprechende Kompetenzerweiterung große Chancen für das Berufsbild der PTA und die Apotheken.
Eine pauschale Erhöhung des Apothekenfixums wird von den Kassen abgelehnt: »Richtigerweise ist eine pauschale Erhöhung der Apothekenvergütung kein Bestandteil des aktuellen Gesetzentwurfes. Bei der derzeitigen Situation der gesetzlichen Krankenversicherung wäre es gar nicht darstellbar und nicht zielführend, das Geld der Beitragszahlenden mit der Gießkanne über alle Apotheken im Land zu verteilen. Zudem würden von einer pauschalen Vergütungserhöhung pro Packung besonders die Apotheken in Ballungsräumen profitieren, die von besonders vielen Menschen frequentiert werden und die damit ohnehin wirtschaftlich stark sind«, so Stoff-Ahnis. Stattdessen müsse man vor allem Apotheken in strukturschwachen Regionen in den Blick nehmen.