| Johanna Hauser |
| 13.01.2026 17:00 Uhr |
Sibirischer Rhabarber kann bei Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen in den Wechseljahren zum Einsatz kommen. / © Getty Images/Sol Stock LTD
Rhapontik-Rhabarber (Rheus rhaponticum), auch sibirischer Rhabarber genannt, enthält in seiner Wurzel als Hauptinhaltsstoffe die Phytoestrogene Rhaponticin und Desoxyrhaponticin. Daher werden Extrakte aus der Wurzel in der Selbstmedikation zur Linderung von Beschwerden in den Wechseljahren eingesetzt. Es wird vermutet, dass die Wirkung durch einen agonistischen Effekt am Estrogen-Rezeptor-β vermittelt wird.
In eine 2024 veröffentlichte Metaanalyse flossen vier zwölfwöchige Studien mit 390 Patientinnen im Alter von etwa 50 Jahren ein, davon 197 in der Placebogruppe. Als Bewertungskriterium wurde die Menopause Rating Scale (MRS) herangezogen. Auf einer Skala von Null (keine Beschwerden) bis Vier (starke Beschwerden) werden elf verschiedene Wechseljahressymptome erfasst. Untersucht wurde, ob klimakterische Beschwerden durch die Einnahme des standardisierten Trockenextrakts aus der Rhabarberwurzel Rheum rhaponticum (ERr 731®, enthalten im Präparat FemiLoges®) gegenüber Placebo oder anderen Therapien gesenkt werden können.
Die Auswertung zeigte, dass der MRS-Score gegenüber Placebo signifikanter reduziert wurde (mittlere Differenz minus 15,12). Dies deutet auf stärkere Linderung der klimakterischen Beschwerden unter ERr 731® hin. Allerdings lagen in den Ausgangsstudien keine Angaben zur verwendeten Dosierung, Art der Placebo-Medikation sowie Compliance und möglicher Begleitmedikation vor. Dies erschwert eine Übertragbarkeit in den klinischen Alltag. Auch wurden unerwünschte Wirkungen nicht ausgewertet.
Die vorliegenden Daten liefern Hinweise, dass Sibirischer Rhabarber Wechseljahresbeschwerden lindern kann, jedoch ist die Evidenz gering. Zu diesem Schluss kommt das EviNews-Team vom Zentrum für Arzneimittelsicherheit an der Universität Leipzig im aktuellen Newsletter. Weitere Studien sind nötig, um eine fundiertere wissenschaftliche Grundlage zu Einsatz und optimaler Dosierung von Rheum rhaponticum zu schaffen.
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