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Stromausfall
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Kammer: Versorgung nur mit großem Aufwand gesichert

Welches Fazit zieht die Apothekerkammer Berlin aus dem großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten? Wie können Apotheken besser geschützt werden? 
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 08.01.2026  16:00 Uhr

Der Stromausfall im Berliner Südwesten hat deutlich gemacht, dass die pharmazeutische Versorgung im betroffenen Gebiet nur mit großer Anstrengung aufrechterhalten werden konnte, erklärte die Apothekerkammer Berlin auf PZ-Anfrage. Möglich sei dies vor allem deshalb gewesen, weil es dort noch eine ausreichende Zahl an Vor-Ort-Apotheken gebe.

Zudem verdeutliche der Vorfall erneut die Dringlichkeit politischen Handelns, um weitere Apothekenschließungen zu verhindern und die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung auch in Krisensituationen dauerhaft sicherzustellen.

Die Zusammenarbeit und Kommunikation mit den öffentlichen Einrichtungen und Stellen wie dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) oder dem Krisenstab sei in den vergangenen Tagen konstruktiv und auf Augenhöhe verlaufen, so die Kammer weiter. Fragen und Anliegen konnten im Rahmen der Möglichkeiten zügig und im Sinne der Betroffenen geklärt werden; auch die gegenseitige Hilfestellung sei reibungslos verlaufen.

Präventive Maßnahmen für Krisenfälle

Darüber hinaus beschäftige sich die Apothekerkammer Berlin seit mehreren Jahren mit präventiven Maßnahmen für Krisenfälle und biete unter anderem den Mitgliedern die Fortbildung »Stromausfall in der Apotheke - Wie können wir uns vorbereiten?« an. Zudem betrachte die Kammer nicht nur einen Stromausfall als mögliches Szenario, sondern beziehe auch weitere Aspekte und Risiken, die die kritische Infrastruktur betreffen, in die Maßnahmen ein. Um die Mitglieder bestmöglich vorzubereiten, stellt die Kammer regelmäßig Informationsmaterialien bereit, unter anderem zum »NIS‑2‑Umsetzungsgesetz«, das in nationales Recht überführt wurde und seit 6. Dezember 2025 in Kraft ist. Die Vorgabe beinhaltet etwa strengere Cybersicherheitsregeln und Vorgaben für IT-Sicherheit und neue Meldepflichten.

Seitens der Kammer bestehe zudem das Angebot, sich aktiv in den Zivil- und Katastrophenschutz einzubringen. Die Situation im Berliner Südwesten habe deutlich gezeigt: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Eine Option wäre, dass die Kammer in die Konzeption oder bei Ausarbeitung von Notfallplänen systematisch eingebunden wird. Nach aktuellem Kenntnisstand der Kammer sind die Apotheken noch nicht in die Notfallpläne integriert. In dem Zusammenhang sei eine weitere Überlegung, dass geprüft wird, ob und in welcher Form Apotheken bei der Anschaffung und Wartung von Notstromaggregaten oder Überbrückungsbatterien unterstützt werden könnten.

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